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LAUFPASS 01/2015

Reif fürs Museum Focke-Museum zeigt Sonderausstellung des Karikaturisten Peter Gaymann Peter gaymann Als scharfsinniger Beobachter von Alltagssituationen ist Peter Gaymann einem breiten Publikum bekannt. In der Ausstellung setzt er sich auf gewohnt humorvolle Weise mit großen Kunstwerken und dem Museums- und Kunstbetrieb auseinander. Im Focke-Museum sind bis Mitte Mai die Hühner los: in der Sonderausstellung „Reif fürs Museum“. Für die Zeitschrift Brigitte kommentiert er in der Serie „Die Paar Probleme“ seit über 25 Jahren Beziehungskonflikte. Vor allem haben seine sympathischen Hühner, die in lebensnahen Szenen menschliches Verhalten mimen, eine große Fangemeinde. Viele Bücher und Postkarten entstanden bereits mit Hühnerszenen. Zuletzt zierten sie sogar die Osterbriefmarken der Deutschen Post. In der Ausstellung „Reif fürs Museum“ setzt sich Peter Gaymann auf humorvolle Weise mit dem Kunst- und Museumsbetrieb auseinander. Vier Zeichenserien mit 250 Bildern werden im Focke-Museum auf 350 Quadratmetern gezeigt. Die titelgebende Folge „Reif fürs Museum“ besteht aus Cartoons mit Szenen in Museen und Galerien: Mit präzisen Strichen offenbart Gaymann verzweifelte Künstler, arrogante Sammler und verständnislose Betrachter. In der Reihe „Kunst mit Hühneraugen“ lässt Peter Gaymann seine Hühner auf berühmte Werke der Kunstgeschichte los. Er versteckt sie in Vincent van Goghs „Bett in Arles“ oder lässt sie auf der „Welle von Hokusai“ surfen. Bekannte Gemälde erhalten so eine ganz neue Interpretation. Ergänzend wirkt Gaymann auch bei den Bildern zu „Der Akt verpackt – Kunst anziehen“. Hier zieht er bekannte Akte einfach an und zeigt sie in zeitgemäßer Kleidung. Aus August Mackes „Sitzender Akt mit Kissen“ wird so eine junge Frau mit bauchfreiem Oberteil und knapper Jeans, aus der ein Tangaslip hervorblitzt. Die Kopfhörer und die Handhaltung lassen vermuten, dass sie gerade an ihrem Smartphone oder MP3-Player hantiert. Abgerundet wird die Ausstellung von Gaymanns Reiseskizzen und Collagen, die erstmals in einer Ausstellung zu sehen sind. Sie zeigen Eindrücke von Reisen nach Italien, Frankreich, England und Kuba und offenbaren seine genaue Beobachtungsgabe und sein Talent, das Gesehene mit wenigen Strichen punktgenau umzusetzen. In seinen Collagen lässt Gaymann aus leeren Taschentücher- oder Bonbonverpackungen kleine Kunstwerke entstehen. Peter Gaymann arbeitet seit 1979 als selbstständiger Cartoonist und Karikaturist und gehört zu den erfolgsreichsten Zeichnern Deutschlands. Er veröffentlichte diverse Bücher und zeigte seine Arbeiten in Museen und Galerien im In- und Ausland. Bei der Ausstellungseröffnung im Dezember war Gaymann anwesend und zeichnete ein Bild, das versteigert werden und der Erlös dem Kinderhospiz Syke gespendet werden soll. Gebote können bis zum 17. Mai an der Kasse im Focke Museum abgegeben werden. Peter Gaymann engagiert sich schon seit vielen Jahren als Botschafter für den Bundesverband Kinderhospiz und stellt exklusive Zeichnungen zur Verfügung, die als Drucke und Postkarten vom Verband verwendet werden. Die Originale zieren die Wände in Kinderhospizhäusern. © Martin Luther / Focke Museum Bremen © Peter Gaymann Peter gaymann © Original Hokusai, Sous la vague, 1831 © Peter Gaymann Focke-Museum Bremen Schwachhauser Heerstraße 240 | 28213 Bremen | Tel.: 0421/699 60 00 www.focke-museum.de Peter Gaymann – „Reif fürs Museum“ Sonderausstellung bis 17. Mai 2015 89


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