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LAUFPASS 01/2017

wird die mittel- oder längerfristige Begleitung von Trauernden oder psychisch schwer traumatisierten Menschen sichergestellt; diese ist nämlich keine kit-Aufgabe. Jedoch sorgt das kit für die kurzfristige Begleitung von Trauernden. Deshalb ist unter dem Dach des Kriseninterventionsteams Wesermarsch der Trauertreff Sonnenblume zu Hause: Er wurde 2011 gegründet. Sein Team möchte Hinterbliebenen beim Weg aus der sozialen Isolation eine Stütze sein. Wulf beobachtet: „Tod und Trauer werden noch immer häufig verdrängt, so gut es geht.“ Eine Entwicklung, die sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten insgesamt zugespitzt habe. Regelmäßige Einnahmen sind Fehlanzeige Mit dem Trauertreff will sich das kit gegen diese Entwicklung stellen. Wichtiger Baustein seines Konzeptes: Die Trauernden sollen nicht zu dauerhaften Klienten werden, sondern unter fachkundiger Begleitung Anstöße für ein Leben ohne den geliebten Menschen bekommen. Damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter alle Herausforderungen meistern können, ist eine intensive Ausbildung zum Kriseninterventionsberater inklusive laufender Supervision ein Muss. Die Ausbildung dauert zweieinhalb bis drei Jahre, findet in Blöcken statt – und sie verschlingt erhebliche finanzielle Mittel. Das gilt ebenso für die Miete der Vereinsgeschäftsstelle inklusive Trauertreff an der Langen Straße in Brake, die Einsatzmaterialien und den Unterhalt des Kleinbusses, mit dem zu den Einsätzen gefahren wird. Doch beim Kriseninterventionsteam sind regelmäßige Einnahmen Fehlanzeige. Obwohl das kit im gesamten Landkreis Wesermarsch gerufen wird, zahlen lediglich der Landkreis und die Stadt Brake regelmäßig Zuschüsse. Bei den anderen Städten und Gemeinden wird nur sporadisch der Etat angezapft. Zur Kostendeckung reicht das Geld von der Öffentlichen Hand bei weitem nicht aus. Deshalb sucht der eingetragene Verein Fördermitglieder sowie Sponsoren. kit muss Glücksrad laufen lassen Ferner bemühen sich Wulf und seine Kollegen um kleinere und größere Spenden. Oft ist das kit bei Festivals und anderen Veranstaltungen mit einem Informationsstand und vor allem mit einem Glücksrad vertreten. Das habe jedoch einen schalen Beigeschmack: „Nur das kit Wesermarsch muss das Glücksrad laufen lassen, weil das für die Finanzierung unserer Aufgaben ein Muss ist.“ Mehr finanzielle Sicherheit – das wäre ein Herzenswunsch der kit-Aktivisten. Ein anderer betrifft die Kommunikation. Diese ist laut Thomas Wulf „neandertalermäßig“ und muss dringend digitalisiert werden. Und über allem kreist die Hoffnung, dass die Krisenintervention eines Tages eine gesetzliche Pflichtaufgabe sein wird. Dann könnten Thomas Wulf und seine Mitstreiter wieder öfter einmal ausschlafen. www.kit-wesermarsch.de Kein kit in Bremerhaven – aber die Notfallseelsorge Über ein Kriseninterventionsteam, das mit dem in der Wesermarsch vergleichbar wäre, verfügt Bremerhaven nicht. Aber hier besteht seit rund 15 Jahren eine Notfallseelsorge. Die meisten Einsätze sind beim Überbringen einer Todesnachricht oder beim Begleiten der Angehörigen nach einem plötzlichen Todesfall in der Familie notwendig. Der Dienst kann unabhängig von jeder Weltanschauung genutzt werden. Grundlage der Notfallseelsorge ist allerdings das christliche Welt- und Menschenbild. www.kirchenkreis-bremerhaven.de Machen Sie Ihre Tagung zum Erlebnis und nutzen Sie die einzelnen Reisestationen der Klimahaus-Ausstellung für ein ganz individuelles Rahmenprogramm. Egal ob Rundflug mit dem Hubschrauber Simulator, Beach-Party auf Samoa oder Bergfest in den Schweizer Alpen - Ihre Tagung wird so garantiert in Erinnerung bleiben. www.klimahaus-bremerhaven.de Für Weltentdecker und Klimaretter! DIE GANZE WELT FÜR IHRE TAGUNG


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