Page 28

LAUFPASS 01/2017

Handwerkliche Nichtskönner Gefangen in der Welt der Medien Am Computer und am Smartphone kann die junge Generation alles – vor allem die Eltern und Großeltern dumm dastehen lassen. Wenn der Vater mit der Tastatur nicht klarkommt, die Mutter bei WhatsApp wieder inflationär uncoole Smileys benutzt und zehn Minuten braucht, um einen Satz zu tippen; oder wenn die Älteren in ihrem Leben sogar in Gänze (!) auf internetfähige Geräte verzichten – dann ist für die Jungen die Zeit des Triumphs gekommen: es wird sich köstlich amüsiert, weil man mit seinen zahlreichen Gadgets ein digitaler Alleskönner ist. Die Eltern oder Großeltern werden schön durch den Kakao gezogen. Oft heißt es dann „Das ist doch so easy – warum checkst du das nicht?“, verbunden mit herablassendem Gelächter. Die ältere Generation kommt mit und ohne Internet durchs Leben. Aber ohne handwerkliche Fähigkeiten kann man dagegen nur schwer bestehen. Natürlich kann man einen Handwerker rufen, aber auch das wird immer schwieriger und ist mit langen Wartezeiten verbunden. Das liegt daran, dass sich die Berufswelt in den letzten Jahren erheblich gewandelt hat. Statt Zimmermann wollen die Heranwachsenden lieber Mediengestalter, statt Elektroniker lieber Journalist oder statt Maurer lieber Webdesigner werden – Hauptsache irgendwas mit Medien. In der Medienwelt sind in den vergangenen Jahren immer mehr Tätigkeitsbereiche hinzugekommen. Mittlerweile gibt es bereits 175 verschiedene Medienberufe.1 Von solch einer Entwicklung kann das Handwerk derzeit nur träumen. Dort sind einige Berufsbilder bereits ausgestorben (z.B. Stell- 28 www.laufpass.com Foto: Halfpoint/shutterstock.com


LAUFPASS 01/2017
To see the actual publication please follow the link above