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LAUFPASS 01/2017

klinik, Klinikum Bremen-Nord) lernen Eltern und Kinder, den Blutzucker zu messen, ihre Ernährung auf die Krankheit abzustimmen, Insulin zu spritzen und auf Warnsignale des Körpers zu reagieren. Wieder zu Hause, kann das Kind von einem Disease- Management-Programm (DMP) wie dem »AOK-Curaplan« profitieren: service gesundheit 43 AOKAZ_Kampagne 2017_205x275mm.indd 1 21.12.16 15:26 Regelmäßige Untersuchungen stehen hier genauso auf dem Programm wie altersgerechte Schulungen. Experten stehen den Familien bei allen Fragen und Sorgen rund um das Thema Diabetes zur Seite. Naschen in kleinen Mengen erlaubt Grundsätzlich gilt: Ist der Stoffwechsel gut eingestellt, sollte das Kind die Chance haben, ein möglichst normales Leben zu führen. Anders als früher bedeutet Diabetes beispielsweise heute keine spezielle Diät mehr. „Ausgewogen und gesund zu essen, ist das A und O“, sagt Dr. Markus Köhl. Als Faustregel gilt: Die Kinder sollten reichlich pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse und Vollkornprodukte, Obst in Maßen, aber nur wenig tierische und fettreiche Lebensmittel essen. „Auch Naschen ist nicht mehr tabu.“ Ganz wichtig ist allerdings, dass Eltern und Kinder angeleitet von Experten lernen, wie sie die Energiezufuhr übers Essen und Trinken optimal mit den Insulingaben kombinieren. Dies ist mit einer hohen Eigenverantwortung gekoppelt. Umfeld informieren Was intellektuelle Leistungen und Sport betrifft, können Kinder mit Diabetes genauso gut lernen und genauso schnell rennen wie andere Kinder. „Es gibt keinen Grund, bei ihnen andere Maßstäbe anzulegen als bei gesunden Kindern“, sagt Dr. Köhl. Allerdings stoßen betroffene Familien oft auf große Unsicherheit bei Erziehern und Lehrern. Viele haben Angst, etwas falsch zu machen oder im Notfall nicht zu wissen, was zu tun ist. Deshalb ist es wichtig, dass die Eltern sie von sich aus möglichst offen und umfassend informieren. Sie sollten ihrem Kind genau erklären was es selbst kann, wann es Unterstützung braucht und was im Notfall zu tun ist. Auch sollten Eltern keine Scheu haben, Erziehern und Lehrern Infomaterial an die Hand zu geben. Die Kultusministerien der Länder informieren Pädagogen zum Teil sehr gezielt darüber, wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten sollten. Offener Umgang mit der Krankheit „Eine ganz wichtige Aufgabe von Erziehern und Lehrern besteht darin, den Kindern innerhalb der Gruppe keinen »Exoten-Status« zu verleihen“, sagt Dr. Köhl. Am besten funktioniert das, wenn die anderen Kinder gut darüber aufgeklärt sind, was mit ihrem Altersgenossen los ist. Je selbstbewusster das Kind mit seiner Krankheit umgeht, desto leichter ist das. Der informative und offene Umgang trägt ganz wesentlich dazu bei, dass es erst gar nicht zu Hänseleien und zum Außenseiter-Dasein kommt. Wenn es ums Essen zu einer bestimmten Uhrzeit, Blutzuckermessen und Spritzen geht, sind schon Grundschüler hierbei meist ziemlich fit und selbstständig. Allerdings müssen die Lehrer sie im Schulalltag in der Regel noch daran erinnern, weil sie andere Dinge im Kopf haben. Sinnvoll ist es auch, dass Lehrer immer eine Portion Traubenzucker parat haben, falls das Kind unterzuckert sein sollte. Toben, Schulsport, AGs, Sportvereine – ein Kind mit Diabetes kann alles mitmachen, muss aber zwischendurch bei Bedarf zuckerhaltige Nahrung oder Getränke zu sich nehmen können. Besonders bei Sport, der Kraft und Ausdauer erfordert, kann das nötig sein. Stehen ein Ausflug oder eine Klassenfahrt an, gilt auch hier: Die Pädagogen müssen auf jeden Fall Bescheid wissen und für den Notfall gerüstet sein. Kind gut begleiten Essen, Messen, Spritzen – einmal gelernt, wird die eher technische Seite des Diabetes bei den meisten Patienten schnell Routine. Je nach Alter gehen Kinder und Disease-Management-Programm (DMP) »AOK-Curaplan« auch für Kinder! Die AOK bietet Versicherten mit bestimmten chronischen Krankheiten ein spezielles Behandlungsprogramm namens AOKCuraplan. Dadurch soll die Behandlung verbessert und das Risiko für Komplikationen und Folgeschäden verringert werden. Die Teilnahme ist freiwillig und für Patienten kostenfrei. Eine Heilung des Typ-1-Diabetes ist bisher nicht möglich. Daher ist es wichtig, dass die Patienten wissen, wie sie mit ihrer Erkrankung gut leben und Folgeerkrankungen vermeiden können. Die Schwerpunkte von AOK-Curaplan sind die Einstellung des Blutzuckers, augenärztliche Kontrolluntersuchungen und die Vermeidung von Begleiterkrankungen wie des diabetischen Fußes. Außerdem lernen Diabetiker und ihre Angehörigen in speziellen Schulungen, mit der Krankheit im Alltag umzugehen. Weitere Infos unter www.aok.de/bremen > Medizin & Versorgung > AOK-Behandlungsprogramme MEHR ZUSATZLEISTUNGEN Die AOK Bremen/Bremerhaven bietet das Leistungspaket »500 € PLUS« an. Das heißt, die Gesundheitskasse zahlt jährlich bis zu 500 Euro (pro AOK-versichertem Familienmitglied) für zusätzliche Gesundheitsleistungen, zum Beispiel für Homöopathie, Osteopathie und jährlich eine professionelle Zahnreinigung (max. 40 Euro). Seit Januar 2017 erstattet die AOK für Kinder im Alter zwischen zwei und sechs Jahren einmal jährlich 80 Prozent der Rechnung für eine Diabetes Typ-1-Früherkennungsuntersuchung. Und: Für Typ-I-Diabetiker übernimmt die AOK 80 Prozent der Rechnung für das Glukose-Messsystem »FreeStyle Libre« (max. 60 Euro) und die Messsensoren »Free- Style Libre«, wenn Diabetes-Typ-I vom Vertragsarzt diagnostiziert und »FreeStyle Libre« verordnet wurde. Weitere Infos zu dem Angebot unter www.aok.de/bremen oder unter Telefon 0471 16-77 250. www.basta-magazin.de


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