Page 52

LAUFPASS 01/2017

gesundheit www.basta-magazin.de Bilder: Anna Grigorjeva shutterstock.com (Baby mit Kuscheltieren), goir shutterstock.com (Nasenblut), BUND Archiv (Toxfox-App, Broschüre), 52 Krebserregend, erbgut-, fortpflanzungs- und immunsystemschädigend, hormonell beeinflussend und intelligenzmindernd. Das hört sich nicht nach Spielzeug an und nach nichts, was Eltern sich für ihre Kinder wünschen. Doch dies ist eine Beschreibung dessen, was Stiftung Warentest in den 2013 getesteten Holzspielzeugen gefunden hat. Wo doch viele Verbraucher gerade bei Holzspielzeug immer noch denken, dass sie auf der sicheren Seite sind, was giftige Inhaltsstoffe anbelangt. Weit gefehlt – egal ob Holz oder Plastik, Marken- oder No-Name-Produkt, Herstellung in Deutschland oder anderorts – die in letzten Jahren vorgenommenen Tests von Stiftung Warentest zeigen, dass sich nicht wirklich viel in Punkto Sicherheit und Unbedenklichkeit von Spielwaren verbessert hat: 2010 waren 43 der 50 getesteten Spielwaren für Kleinkinder mit Schadstoffen belastet, 2011 erwies sich jedes sechste Spielzeug als mangelhaft und 2015 fielen zwei Drittel der geprüften Kuscheltiere durch den Sicherheits- und Schadstofftest. Nicht zu sehen, nicht zu riechen Dass man die Finger besser von allem lassen sollte, was parfümiert ist oder unangenehm riecht, ist selbstverständlich. Doch zeigte sich schon im erwähnten Test von Holzspielzeugen, dass ein Fehlen von starken Ausdünstungen keinesfalls darauf schließen lässt, dass keine giftigen Schadstoffe in den Spielsachen stecken. Besonders erschreckend: In einem Spielzeugdrachen wurde im Test 2015 sogar ein Schadstoff entdeckt, der schon lange in der EU verboten ist. Und noch eine Erkenntnis bringt die Welt der Eltern ins Schwanken, die bisher dachten, dass sich Schadstoffe aus dem Fell von Kuscheltieren auswaschen oder auslüften lassen: das ist ein Trugschluss, wie ein Testversuch von Stiftung Warentest zeigte. Es gibt in der EU gesetzlich festgelegte Grenzwerte für Schadstoffe in Spielzeugen. Diese sind allerdings heftig umstritten. Das liegt nicht nur daran, dass Deutschland von der EU gezwungen wurde, die Regelungen für Spielzeuge der Spielzeugrichtlinie von 2009 weitgehend anzupassen, wodurch die Grenzwerte für Giftstoffe etappenweise angehoben wurden. Auch der BUND und Prüfstellen wie Öko-Test verweisen darauf, dass bestimmte, bereits bekannte Schadstoffe gar nicht mit einem Grenzwert belegt sind. Außerdem wird bei den Regelungen streng zwischen Kinderspielzeug und Bedarfsgegenständen unterschieden, was dazu führt, dass beispielsweise ein Schnorchel Set für Kinder gefährliche Gifte enthalten darf, die in einem Beißring verboten wären, obwohl der Schnorchel definitiv ebenso im Mund der Kinder landet, wie der Beißring. Bei den Angaben dieser Grenzwerte für das jeweilige Spielzeug wird außerdem völlig außer Acht gelassen, dass sich die täglich aufgenommenen Giftstoffmengen im Alltag der Kinder summieren. Giftstoffe finden sich leider überall: in Lebensmitteln, Alltagsgegenständen, Spielsachen, Stiften, Cremes und Shampoos, der Luft oder im Wasser. Giftstoffe ganz zu verbieten, scheint gar nicht erst zur Debatte zu stehen. Vielmehr zeigt das Prinzip, eine bestimmte Menge an Giftstoffen in Spielzeug gesetzlich zu erlauben, dass der Schutz und die Gesundheit von Kindern Giftjäger Verbraucher decken gefährliche Inhaltsstoffe auf


LAUFPASS 01/2017
To see the actual publication please follow the link above