Page 54

LAUFPASS 01/2017

gesetze Ferienjobs für Kinder und Jugendliche „Ey Alter, ich brauch’ mehr Geld!“ Ob Führerschein, Handy, oder eigener Computer – viele Heranwachsende haben große Wünsche, die sie sich allein mit dem Taschengeld oft nicht erfüllen können. Doch mit kleinen Gelegenheitsjobs innerhalb, aber auch außerhalb des Familienhaushalt kann das Taschengeld aufgebessert werden. Dabei gibt es aber strenge gesetzliche Vorschriften, die festlegen, was für diese Tätigkeiten zu beachten ist. Kinder unter 15 Jahren dürfen hier bei uns in Deutschland nicht erwerbsmäßig arbeiten. Das ist sogar durch den Paragraphen 5 des Kinder- und Jugendarbeitsschutzgesetzes www.basta-magazin.de Bilder: resket shutterstock.com (Münzen), Yuriy Golub shutterstock.com (Gassi gehen), Daisy Daisy shutterstock.com (Zeitung austragen) verboten. Doch Kinder ab einem Alter von 13 Jahren dürfen mit dem Einverständnis der Erziehungsberechtigten kleine Gelegenheitsjobs außerhalb des Familienhaushalts annehmen und sich etwas Taschengeld dazuverdienen. Diese Arbeit darf laut der Kinderarbeitsschutzverordnung nicht dauerhaft und nicht mehr als 2 Stunden (in landwirtschaftlichen Betrieben 3 Stunden) täglich ausgeübt werden, nicht zwischen 18 und 8 Uhr erfolgen und die Schule darf darunter nicht leiden. Bei Jugendlichen ab einem Alter von 15 Jahren kommt es darauf an, ob sie noch vollzeitschulpflichtig sind oder nicht (Die Schulpflicht liegt je nach Bundesland bei 9 bis 10 Jahren). Ist der Jugendliche noch vollzeitschulpflichtig, gilt er arbeitsschutzrechtlich als Kind. In den Ferien dürfen vollzeitschulpflichtige Jugendliche aber zusätzlich bis zu vier Wochen im Jahr mit maximal 8 Stunden pro Woche arbeiten. Für diese Arbeit gelten die Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes. Jugendliche, die nicht mehr vollzeitschulpflichtig aber noch unter 18 Jahren sind, dürfen nur ungefährliche und nicht zu anstrengende Tätigkeiten annehmen. Diese dürfen generell nicht in der gewerblichen Wirtschaft, Produktion oder im Handel liegen. Eine Ausnahme bildet das Betriebspraktikum. Auch ein Minijob ist möglich. Die tägliche Arbeitszeit darf in der Regel nicht zwischen 20 und 6 Uhr liegen, die Wochenarbeitszeit liegt bei maximal 40 Stunden und das Arbeiten an Samstagen, Regeln und Gesetze in Deutschland Sonntagen und Feiertagen ist dabei bis auf wenige Ausnahmen (beispielsweise in der Landwirtschaft) verboten. Die Jugendlichen sind dabei über den Betrieb unfallversichert und haben einen nach dem Alter gestaffelten Anspruch auf Jahresurlaub und medizinische Untersuchungen. Jugendliche ab 16 Jahren sind in der kurzfristigen Beschäftigung zwar sozialversicherungsfrei, müssen aber trotzdem eine »Meldung zur Sozialversicherung « vornehmen. Diese erfolgt entweder im automatischen Verfahren oder über den Meldevordruck der Krankenkassen. Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung (Minijob) ist bei der Bundesknappschaft Cottbus an- und abzumelden. Schüler, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, unterliegen keinen besonderen Beschränkungen. MB 54 Links Jobbörse für Schüler und Schülerinnen mit kostenlosem Bewerberprofil: https://schuelerjobs.de Jobbörse auch für Ferienjobs: http://www.gelegenheitsjobs.de Jugendarbeitsschutzgesetz: http://www.gesetze-im-internet.de/jarbschg/index.html Download der Broschüre »Klare Sache – Jugendarbeitsschutz und Kinderarbeitsschutzverordnung PDF, 2MB: http://www.bmas.de/DE/Service/Medien/Publikationen/a707-klare-sache-jugendarbeitsschutzund kinderarbeitsschutzverordnung.html


LAUFPASS 01/2017
To see the actual publication please follow the link above