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LAUFPASS Ausgabe 02/2016

6 Die Industrialisierung der Landschaft Die Ökonomisierung von Umwelt und Natur Noch vor nicht allzu langer Zeit galt eine Landschaft, die von unberührter Natur und Landwirtschaft geprägt ist, als ein wertvolles Gut der Gemeinschaft: Lebensraum für Tiere, Erholungsraum für Städtebewohner, Räume für die Bewahrung von Pflanzen, Heimat von Tieren und Insekten und nicht zuletzt: Lebens- und Wirkungsbereich der Menschen. Die aktuelle Zeitenwende hat die Bedeutung des ländlichen Raumes, die Bedeutung von Natur insgesamt, verändert. Vom schützenswerten Gut der Gemeinschaft wurde es zum Rohstoffträger in vielen Facetten. Längst sind die Natur und die Landschaft insgesamt zum Ziel multinationaler Unternehmen geworden, die hier ihre nächste Ertragsquelle entdeckt haben. Im Nordwesten ist die Zerstörung des Horizontes durch die Windenergie unübersehbar. Die verharmlosend als „Verspargelung der Landschaft“ bezeichnete Industrialisierung beeinträchtigt das Bild einer ganzen Region, bringt Risiken für heimische Tierarten, beeinträchtigt die Lebensqualität in den Dörfern und erzeugt keinen wahrnehmbaren Nutzen auf lokaler Ebene. Jenseits der überschaubaren Erträge für die Landwirte, die die Flächen für die Windparks zur Verfügung stellen, opfern die Dörfer ihre visuelle und architektonische Idenwww. laufpass.com


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