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LAUFPASS Ausgabe 02/2016

Tolle Wohnungen und einen besonderen Service gibt es bei uns. Familien, Singles und WGs sind herzlich willkommen. Komm‘ vorbei und überzeuge dich selbst! Seit 1918. Mehr als ein Dach über dem Kopf. Wohnungsgenossenschaft Bremerhaven eG Friedrich-Ebert-Straße 5 Tel.: 0471 92600-40 www.woge-bremerhaven.de tität, ohne dafür eine adäquate Entlohnung für ihre leeren Kassen zu erhalten. Dass Windparks geschützte Tierarten durch den normalen Betrieb gefährden, gilt mittlerweile als kleine Tierschutzsünde. Das Vergrämen seltener Tierarten mit Böllern und Schüssen wird zur Regel und im Extremfall wird ein Adler einfach erschossen. Immer mehr Touristen beklagen die Beeinträchtigung der Landschaft und ihres Erholungswertes durch die Windenergie. Im Wechsellicht der Schlagschatten mit den lauten Rotorengeräuschen am Deich zu Flanieren, ist eben nicht mehr das Urlaubserlebnis, das sie suchen. Das Beispiel der Windenergie zeigt eine Hybris auf, die die Menschen am Anfang nicht erkannten: Eine umweltorientierte, nachhaltige Energieproduktion steht Energiepolitisch auf der „guten“ Seite. Ökologisch und im Hinblick auf die Lebensräume von Menschen und Tieren, ist sie eine Katastrophe. Insbesondere auch deshalb, weil die strukturschwachen Regionen sich von den Ansiedlungen zusätzliche Einnahmen versprochen haben, um die marode Infrastruktur (Straßen, Schulen, Versorgung) sanieren zu können. Erträge aus der Windenergie? Pustekuchen! Das Geld landet in den Zentralen der Großbetriebe und nur Kleckerbeträge verbleiben in der Region – die Landschaft und die Lebensqualität sind ruiniert. Die gezielte Errichtung von Windparks unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Mensch, Tier und Landschaft sähe anders aus. Ein noch interessanterer Fall der Industrialisierung der Landschaft ist die Biogas-Industrie. Den Landwirten ist kein Vorwurf zu machen. Sie folgen dem Diktat der Umstände. In einer Welt, in der die Verbraucher billigste Lebensmittel fordern, lässt sich mit konventioneller Landwirtschaft nicht viel erwirtschaften. Wer sein Heil in der Biogasindustrie suchte, sollte auf Verständnis stoßen. Gäbe es garantierte Abnahmepreise für hochwertige Futter- und Nahrungsmittel, würden die meisten Landwirte nicht in die Biogasindustrie investieren. Die Folgen der Biosgasindustrie sehen wir noch immer in der gesamten Region: der Anbau Energiewirtschaft der Monokulturen mit dem Einsatz großer Mengen an Pestiziden und Herbiziden. sich die Ackerkrume als Erde ohne Leben, die sich als Staub aus dem selbigen macht. Schilder an der Autobahn warnen nun immer häufiger vor „Achtung Staub!“, weil nichts den Boden hält. Der Einsatz von Chemie wirkt sich auch auf die Alibiblühstreifen aus – mit verheerenden Die Bezeichnung „Bio“ ist ja schon in der Lebensmittelindustrie völlig unterschiedlich sind. Im Fall der Biogasindustrie Diese zerstört landschaftliche Vielfalt, den Boden der Milchwirtschaft, die für ihre Flächen deutlich Zeit der Biogasindustriewelle. Die Zerstörung unserer Landschaft folgt den Bedürfnissen der globalisierten Wirtschaft. Das Drama dieser Industrialisierung liegt in der Zerstörung von Lebensräumen bei gleichzeitig andere weit entfernt ihr Vermögen vergrößern Ich will ein neues Kinderzimmer! hochpotenter Maispflanzen führt zu einer Außerhalb der Maissaison offenbart Folgen (s. Bericht S. 10). umstritten, weil die Maßstäbe der unterschiedlichen „Qualitätssiegel“ ist der Begriff nun vollends verwirrend. Das Bio bezieht sich nur auf den Energieträger Biomasse, nicht auf seine Herstellung. und – nicht zuletzt – die Lebensgrundlage höhere Pachten zahlen muss, als vor der asymmetrischer Verteilung der Verwertungserlöse. Die einen opfern ihre Heimat, damit Und du? Auch auf Wohnungssuche? können. Das wird bei jenen Projekten besonders sichtbar, bei denen Konzerne hier die Flächen verbrauchen und weit entfernt oder gar nicht bis kaum Steuern und Abgaben abführen. Noch offensichtlicher wird das bei Infrastrukturprojekten, deren Zweck die Verbindung nationaler und internationaler Wirtschaftsstandorte ist. Hier ist das zentrale Versprechen, mit dem die Betonierung der Landschaft begründet wird, nach Untersuchungen zahlreicher Experten längst als Täuschung entlarvt – das Versprechen, dass der verlorene Lebensraum Arbeitsplätze und Prosperität sichern würde. Ein Irrtum, unter dem viele Fernstraßenanrainer in den letzten Jahrzehnten leiden mussten. Und das wird auch im Fall der „Küstenautobahn“ A20 so sein. Sie wird großflächig Natur vernichten, geschützte Tierarten beeinträchtigen und vertrieben, Dorfer zerschneiden und Lebensräume so massiv verändern, dass sie bisweilen keine Lebensqualität mehr bieten. Entlang des Autobahnbandes wird sich keine wesentliche Wirtschaft ansiedeln. Im Gegenteil: Auch der Mittel- und Kurzstreckenverkehr wird auf die Autobahn ausweichen, um Zeit zu gewinnen. Die Besorgungen werden dann an den Enden der Verbindungen erledigt – und nicht auf dem Weg. Zeit ist bei solchen Projekten ohnehin ein wesentlicher Faktor. Bessere Streckenverbindungen sparen in der Logistik Zeit und Geld. Unserem System ist es jedoch zueigen, dass gesparte Zeit nicht für Besseres eingesetzt oder die Fahrtstreckenverkürzung als erfolgreiche Emissionsminderung gesehen wird. Mit der Zeiteinsparung steigt die Effizienz. Die gesparte Zeit wird nun ebenfalls eingesetzt. Zeit ist Geld! Deshalb verringern Verkehrsprojekte wie neue Autobahnen nicht die Verkehre – im Gegenteil: sie erzeugen noch mehr Ver- Fotomontage: jeschke Gfk. (Bildmaterial: shutterstock.com – yevgeniy11 | Oleg Krugliak | Mykola Mazuryk | Mark Medcalf | koya979 | Oliver Hoffmann


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