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LAUFPASS 02/2017

Regenwald am Arsch Unser Toilettenpapier zerstört die Umwelt Am Tag verbraucht der Durchschnittsdeutsche 57 Blätter Toilettenpapier, das ergibt im Jahr einen Pro-Kopf-Verbrauch von rund 15 Kilogramm. Die meisten Haushalte setzten auf Frischfaserpapier. Recyclingklopapier findet man in Privathaushalten selten. Liegt es am schlechten Image? Immerhin dominiert die Öko-Variante in öffentlich zugänglichen Sanitäranlagen. Vielleicht macht gerade dieser Umstand das Recyclingklopapier für viele unattraktiv, weil sie ungern auf öffentlichen Toiletten ihr Geschäft verrichten und es stets mit hartem, gräulichem Papier assoziieren. Die Industrie versucht deshalb, das Recyclingpapier weißer und weicher zu machen. Bis in die 90er Jahre bearbeitete man es dazu mit der schadstoffreichen Chlorbleiche. Das Verfahren wurde in Deutschland verboten. Mit der fast chlorfreien ECF-Bleiche (elementar chlorine free) und der vollständig chlorfreien TCF-Bleiche (totally chlorine free) wurden bessere Methoden gefunden. Letztere bezeichnet das Umweltinstitut München als nicht umweltschädlich. Mittlerweile lässt sich Recyclingklopapier kaum noch vom Frischfaserklopapier unterscheiden. Bedenken bezüglich mangelhafter Hygiene von Recyclingklopapier sind ebenso unbegründet: Beim Recyceln wird der Brei aus Altpapier auf 100 °C erhitzt, wodurch sämtliche Keime und Bakterien abgetötet werden. Das macht es unmöglich, sich über Recyclingpapier mit Krankheitserregern zu infizieren. Trotz der Weiterentwicklung waren die Bemühungen bislang vergebens. Der Hygienebereich gilt in der nachhaltigen Papierproduktion als Problemsektor. Nach Angaben von Greenpeace Fotos: Paisit Teeraphatsakool/shutterstock.com | Denis Kovin/shutterstock.com | BlueRingMedia/shutterstock.com CineMotion Bremerhaven www.cinemotion-kino.de Karlsburg 1 · 27568 Bremerhaven Infos & Karten: 0471–14 28 92 0


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