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LAUFPASS 02/2017

48 soziales Brillen und Hörgeräte spenden Hilfe für Kinder in Not Aktuell unterstützte Projekte 15 in Afrika 9 in Süd- und Mittelamerika 1 in Asien 1 im mittleren Osten 1 in der Ukraine Gesammelt werden • Brillen in gutem Zustand • Brillengestelle in gutem Zustand • saubere Brillenhüllen • Hörgeräte • Gehhilfen • andere medizinische Hilfsmittel www.brillensammelaktion.de blindenwerk.de/ueber-uns/brillensammelaktion/ Die Brillen und medizinische Hilfsmittel bitte an folgende Adresse senden: Aktion Brillen Weltweit Moselweißerstr. 36 56073 Koblenz Brillen gelten leider nicht als Blindensendung und müssen daher ausreichend frankiert werden. Unfrei versandte Päckchen können aus Kostengründen nicht angenommen werden. Marianne Büsing Wenn Kinder in Deutschland eine neue Brille oder ein neues Hörgerät vom Arzt verschrieben bekommen, können sich die Eltern auf die finanzielle Unterstützung durch die Krankenkasse verlassen. Bei manchen Optikern gibt es sogar Brillengestelle zum Nulltarif, also ohne Kosten für die Eltern. Wenn das Kind dann ein neues Nasenfahrrad bekommt, darf es sich darum auch oft gleich eine neue, coole Fassung aussuchen. Die alte Brille taugt weiterhin als Ersatzbrille. Aber im Laufe der Jahre sammeln sich immer mehr dieser Ersatzbrillen an, die in diversen Schubladen schlummern und nie wieder gebraucht werden. Ähnlich verhält es sich mit Hörgeräten. Auch sie werden regelmäßig gegen bessere Hörhilfen ausgetauscht. Wegwerfen sollte man die ausrangierten Modelle jedoch keinesfalls. Besser ist es, sie an hilfsbedürftige Menschen zu spenden. Im Gegensatz zu deutschen Kindern, die sogar bei Hörgeräten zwischen verschiedenen Farben entscheiden und die Wahl zwischen »mit oder ohne Glitzer« treffen dürfen, wären Kinder in benachteiligten Ländern meist schon glücklich, wenn sie überhaupt hören könnten, was beispielsweise der Lehrer erklärt oder sehen könnten, was auf der Tafel steht. Wer nicht gut hören kann, hat Schwierigkeiten, das Sprechen zu lernen und wer nicht gut sehen kann, lernt das Lesen nur schwer. Und das ist ein echtes Problem, denn für den, der nicht gut sprechen oder lesen kann, gibt es wenig Chancen auf eine Ausbildung, einen anständigen Job und damit ein selbstbestimmtes, unabhängiges Leben. In den Ländern der Dritten Welt und in Flüchtlingslagern gibt es viele hörgeschädigte oder sehbehinderte Kinder, die nicht ausreichend mit Hilfsmitteln versorgt werden können und deren Zukunftsaussichten ohnehin durch die schwierigen Zustände schlecht sind. Doch es gibt Organisationen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Brillen und Hörgeräte zu sammeln und kostenfrei an Bedürftige in der ganzen Welt abzugeben. Brillen weltweit Die Organisation »Brillen Weltweit« sammelt Brillen und Hörgeräte sowie jegliche Art medizinischer Hilfsmittel wie beispielsweise Gehhilfen und Rollatoren zur Versorgung Bedürftiger auf der ganzen Welt (unter dem Dachverband des als gemeinnützig anerkannten Deutschen katholischen Blindenwerks e.V. – DKBW). Das Hauptaugenmerk ist auf Brillen gerichtet und die Sammelaktion ist unbefristet. Außerdem ist sichergestellt, dass keinerlei kommerzielle Absichten mit der Aktion verbunden sind. Die Arbeit wird ausschließlich über Spenden, Vermächtnisse und Erbschaften finanziert und erst durch das tatkräftige Engagement vieler Ehrenamtlicher realisiert. In dem kompetenten Team wird die Aktion vom Jobcenter der Stadt Koblenz in Verbindung mit dem Integrationsunternehmen BEST gGmbH mit insgesamt 33 Mitarbeitern unterstützt. Die Sammlung und Weitergabe der Brillen und medizinischer Hilfsmittel an Bedürftige ist für die Empfänger absolut kostenfrei. Im Gegensatz zu anderen Organisationen gibt es bei »Brillen Weltweit« keine Einschränkungen, welche Art von Brillen, Brillengestellen oder Hörgeräten angenommen werden. Egal ob Erwachsenen- oder Kinderbrillen, Metall- oder Hornfassungen – Hauptsache, die Brillen und Hörgeräte sind in gutem Zustand und kommen heil und ausreichend frankiert in der Sammelstelle in Koblenz an. Dort werden sie, sofern möglich, repariert, ausgemessen, registriert und eingelagert. Gestelle, die nicht mehr zu reparieren sind, werden bis auf die kleinste Schraube auseinandergebaut und für das Ersatzteillager genutzt. Nur das, was wirklich nicht mehr brauchbar ist, wird aussortiert und dem Recyclingkreislauf zugeführt. Für die Verteilung gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder kommt die Anfrage nach Brillen von Fachkräften, die den tatsächlichen Bedarf in einer Reihenuntersuchung vor Ort feststellen und eine konkrete Anfrage an die Zentrale in Koblenz richten. Dort wird dann eine passende Brille herausgesucht, zusammengestellt und verschickt. Es gibt aber auch Anfragen von Augenkliniken, die regelmäßig ein Kontingent anfordern, um später die Zuordnung und Verteilung selbst vorzunehmen. Alle anderen medizinischen Hilfsmittel werden zurzeit ausschließlich über einen vertrauenswürdigen deutschen Koordinator an syrische Flüchtlinge im Libanon weitergegeben. Quelle: http://www.brillensammelaktion.de Bilder: Claudia Paulussen shutterstock.com ( Junge mit Brille), DreamBig shutterstock.com (Brillengestelle), GUNDAM_Ai shutterstock.com ( Junge mit Hörgerät) www.basta-magazin.de


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