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LAUFPASS 02/2017

Weißt du eigentlich... … warum Lebensmittel schimmeln? Was ist Schimmel eigentlich genau? Die schimmelige Schicht, die sich früher oder später meist als weißlich-grüner, watteweicher Flaum auf Lebensmitteln bildet, besteht aus winzig kleinen Organismen, die zu der Gattung der Pilze gehören. Dafür muss man wissen, dass Pilze weder den Tieren, noch den Pflanzen zugeordnet werden und eine eigene Gruppe bilden. Pilze sind grundsätzlich von großem Nutzen für die Natur. Im Wald sorgen sie beispielsweise dafür, dass abgestorbene Pflanzen und Überreste toter Tiere verrotten, Gifte abgebaut und Nährstoffe wieder freigesetzt werden. Pilze gibt es sehr vielen verschiedenen Arten, die sich in ihrem Aussehen, ihrer Vermehrung und ihrer Nährstoffaufnahme voneinander unterscheiden. Es gibt Pilze, deren unterirdisches Pilzgeflecht anderen Pflanzen hilft, Nährstoffe und Wasser besser aufzunehmen. Allerdings gibt es auch Arten, die lebendige Pflanzen und Lebewesen schädigen und ihnen Nährstoffe entziehen. Bei den Schimmelpilzen sind bisher ungefähr 100.000 verschiedene Arten näher bestimmt worden, doch Wissenschaftler schätzen, dass es weltweit mindestens noch einmal so viele Arten gibt. Die Vermehrung von Pilzen erfolgt durch sogenannte Sporen, die sich über die Luft mit dem Wind verbreiten. Diese Sporen sind überall vorhanden und lagern sich auch im Haus auf allen Oberflächen ab. Damit die Sporen wachsen können, brauchen sie allerdings Nährboden sowie eine gewisse Feuchtigkeit und Wärme. Wenn man den Schimmel beispielsweise einem unsichtbaren Pilzgeflecht durchzogen, das man »Mycel« nennt. Darum sollte auch das ganze Brot nicht mehr gegessen werden. Wie bei den Pilzen im Wald gibt es auch bei den Schimmelpilzen giftige und ungiftige Arten. Es werden sogar einige Pilzarten für die Herstellung von Lebensmitteln wie Brot, Bier, Wein und Käse genutzt und auch in der Medizin Und diese Antibiotika können Krankheiten bekämpfen und Leben retten. Doch wenn unsere Lebensmittel zuhause von einem Schimmel befallen werden, ist Vorsicht geboten. Einige von ihnen bilden Giftstoffe, die in der Regel zwar nicht sofort tödlich sind, doch schon in geringen Mengen nachweislich DOCDRIVE – bald an sechs Standorten in unserer Region! www.docdrive.de Text: Marianne Büsing 56 kein Licht. Ihnen genügt ein geeigneter auf der Oberfläche von Brot sehen kann, ist das gesamte Brot bereits von werden beispielsweise Antibiotika (Penicilline) aus bestimmten Pilzen gewonnen. Bilder: Irina Kozorog shutterstock.com (Makroaufnahme von Schimmelpilz), Quelle www.wissen.de/raetsel/warum-schimmeln-brot-und-andere-lebensmittel, www.schimmel-schimmelpilze.de/schimmel-in-lebensmitteln.html, www.bernd-leitenberger.de/lebensmittelvergiftungen.shtml, www.wissen.de/pilze Leberkrebs verursachen oder die Nieren schädigen können. Auch das Einatmen der mikroskopisch kleinen Sporen ist problematisch. Diese sind so klein, dass sie zwar ein- , aber nicht wieder ausgeatmet werden können und teilweise sogar in die Blutbahn von Mensch und Tier gelangen können. Das kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen. Am besten ist es, Lebensmittel, die mit Schimmel befallen sind, direkt in der Biotonne zu entsorgen und so wenig Sporen wie möglich dabei aufzuwirbeln und einzuatmen. Achtung: das heißt nicht, dass jedes Lebensmittel direkt nach Ablauf des Verfalldatums ohne weitere Prüfung weggeworfen werden sollte. Dieses Datum ist lediglich eine Garantie des Herstellers und gibt an, bis zu welchem Datum das Produkt normalerweise mindestens haltbar ist. Das Lebensmittel kann auch noch lange über den Stichtag hinaus haltbar sein. Darum sollte man erst einmal prüfen, ob das Lebensmittel verschimmelt ist oder ein komischer Geruch davon ausgeht. Wenn es dann auch noch ganz normal schmeckt, wäre es eine Schande, es in den Abfall zu werfen. weisst du eigentlich


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