Page 7

LAUFPASS 02/2017

Andere Bürgerinnen und Bürger wollen ihrem Unmut über die gegenwärtige Politik wiederum durch Protestwählen Ausdruck verleihen. Zu welchen Entscheidungen neigt diese Wählerschaft? Den klassischen Protestwähler gibt es nicht. Es gibt beispielsweise Menschen, die grundsätzlich gegen das System sind und deshalb nicht wählen gehen. Andere wählen aus Protest eine Partei, die ein bestimmtes Thema aufgreift, welches von den anderen Parteien vernachlässigt wurde. Protestwahl und Wahlenthaltung können sich dabei abwechseln. Insofern gibt es eine große Gruppe konjunktureller Wähler – die je nach Stimmungslage und Thema mal Protest wählt und mal gar nicht wählen geht. Viele dieser Wähler kehren aber oft auch zu den Parteien zurück, für die sie die meiste Sympathie empfinden. Welchen Rat geben Sie der Protestwählerschaft? Für potentielle Protestwähler habe ich nur eine Empfehlung: Überlegen Sie es sich gut, ob Sie aus momentaner Enttäuschung und Wut Ihre Stimme abgeben. Beide sind keine guten Ratgeber, denn Wählen sollte auf Information und Abwägen beruhen. Dafür sollte man sich schon ein bisschen Zeit nehmen und gut überlegen, ob man seine Stimmen tatsächlich reinen Protestparteien oder extremistischen Parteien gibt. Genau diese Parteien finden derzeit weltweit wieder größeren Zuspruch. Welche Gefahren stellen Extremisten und Populisten für demokratische Systeme dar? Man muss zwischen Extremisten und Populisten unterscheiden. Extremisten, ob von links oder rechts, wollen in der Regel das ganze System verändern und bekämpfen unsere Verfassungsordnung. Populisten arbeiten zwar mit einfachen Parolen und Freund- Feind-Schemata gegen die Elite oder gegen Zuwanderer, aber sie sind nicht zwangsläufig gegen unsere Verfassung. Beide können jedoch Grundlagen und Werte unserer Demokratie untergraben, indem sie beispielsweise Menschen anderer Herkunft und Hautfarbe diskriminieren und ausgrenzen. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass die große Mehrheit unserer Gesellschaft Parteien der Mitte wählt und demokratische Werte teilt. Insofern ist unsere Demokratie stark genug, mit den gegenwärtigen populistischen und extremistischen Herausforderungen fertig zu werden. Welche sinnvollen Maßnahmen können Wählerinnen und Wähler ergreifen, damit ihre Stimme bei den Politikern Gehör findet? Es gibt in unserer Gesellschaft vielfältige Möglichkeiten, seinen Unmut kund zu tun. Man kann Bürgerinitiativen gründen wie bei Stuttgart 21, man kann Volksbegehren initiieren, auf Wahlveranstaltungen Politikern unangenehme Fragen stellen, Petitionen einreichen, sich in Interessenverbänden und Nichtregierungsorganisationen engagieren, Sprechstunden der Politiker aufsuchen oder auch in Parteien eintreten, um dort etwas zu verändern. Viele, die sagen, man könne ja doch nichts ändern, sind auch ein bisschen träge und benutzen das als Ausrede. Demokratie ist auf das Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger angewiesen, sie lebt geradezu davon. sl 7 > Über 100 Sender, davon bis zu 63 in HD > Direkter Zugriff auf Mediatheken > Aufnahme und zeit- versetztes Fernsehen für günstige 9,99 €1 mtl. Jetzt bestellen im swb-Kundencenter oder unter www.swb-gruppe.de TV HOME VON SWB? PASST! 1) Gilt in Verbindung mit einem swb DSL-Anschluss des aktuellen Produktangebots mit einer verfügbaren Bandbreite von mind. 25 Mbit/s. Mindestlaufzeit 1 Monat. Die Buchung von TV Home ist nur nach Freischaltung des DSL-Anschlusses über „Mein swb Telekommunikation“ möglich. Jederzeit zum Ende des nächsten Monats kündbar. Mtl. Grundpreis inklusive HD-Receiver. Einmaliger Einrichtungspreis 0 €. Versandkosten HD-Receiver 9,95 €. Der HD-Receiver bleibt Eigentum des Anbieters. Über TV Home erhält der Kunde Zugang zu Inhalten von ausgewählten Drittanbietern (bspw. Online-Video theken). Ein Nutzungsvertrag bzgl. der Inhalte dieser Dritt anbieter kommt allein zwischen dem Kunden und dem Drittanbieter zustande, wodurch zusätzliche Kosten entstehen können. Alle Preise inkl. 19 % MwSt. Angebot regional begrenzt. Ein Angebot der EWE TEL GmbH, Am Weser-Terminal 1, 28217 Bremen.


LAUFPASS 02/2017
To see the actual publication please follow the link above