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LAUFPASS 02/2017

Die EU hat sich dafür entschieden, das Pflanzengift zuzulassen, bis der Grad der Schädlichkeit geklärt ist. In der Debatte um die Zulassung hat sich eines besonders herauskristallisiert: Die Krebs-Frage ist das Zünglein an der Waage. In der öffentlichen Diskussion dominiert allein dieses Thema. Glyphosat-Befürworter jubelten zuletzt wieder auf, als mit der Europäischen Chemikalienagentur Echa eine bedeutsame EU-Behörde die Chemikalie ebenfalls als „nicht krebserregend“ einstufte. Die anderen negativen Eigenschaften von Glyphosat fallen hingegen unter den Tisch. Dabei hat auch die Echa bestätigt: Glyphosat ist stark augenreizend, zerstört die Artenvielfalt und tötet im Wasser lebende Organismen. In der Studie „Protection of biodiversity of free living birds and mammals in respect of the effects of pesticides” hat das Umweltbundesamt die Auswirkungen von Pestiziden auf Vögel und Säugetiere untersucht. Dabei kam heraus, dass vielen Tieren durch den Einsatz von Pflanzengiften die Nahrungsgrundlage entzogen wird. Die Artenvielfalt in der Tierwelt wird dadurch verringert: Von 20 untersuchten Brutvögelarten nahmen zehn in ihrem Bestand ab. Beim Rebhuhn, beim Kiebitz und bei der Uferschnepfe hat sich die Population in den vergangenen Jahren halbiert. Sie sind besonders vom Aussterben bedroht. Gleiches gilt für Insekten und Pflanzen: Die ohnehin sinkenden Bienenpopulationen werden durch das Herbizid noch stärker gefährdet, was sich durch ausbleibende Bestäubung negativ auf die Pflanzenwelt auswirkt. Auch in unserer Region macht sich der Einsatz von Unkrautvernichtern deutlich bemerkbar. „Grundsätzlich beobachten wir, dass infolge von Pestizid und Düngemittel-Einsatz die Vielfalt in der Natur leidet, und dass sogar in Wasserschutzgebieten Glyphosat großflächig eingesetzt wurde“, berichtet Bernd Quellmalz, Regionalgeschäftsführer vom BUND Weser-Elbe. Außerdem hat eine Studie aus Polen gezeigt, dass Roundup auf Wasserlebewesen stark toxisch wirkt. In Versuchen mit Karpfen wurden Veränderungen der Leberzellen registriert.1 Ebenso wird das Erbgut von Fröschen und Kröten beschädigt. Für uns Menschen ist Glyphosat ebenfalls schädlich – unabhängig davon, ob die Krebs- Frage mit „ja“ oder „nein“ beantwortet wird. Das Bundesamt für Risikoforschung (BfR) bestätigt, dass Glyphosat als Säure stark augenreizend ist „99,6% aller Deutschen haben Glyphosat im Urin“ und somit bei Kontakt gravierende Augenverletzungen verursachen kann. Einzelne Untersuchungen belegen weitere Risiken: Laut einer Studie aus den Vereinigten Staaten schädigen „Roundup“ und Glyphosat bereits bei Konzentrationen deutlich unter der empfohlenen Menge für den landwirtschaftlichen Verbrauch menschliche Embryonal- und Plazentazellen. 2 Dadurch wird eine höhere Rate an Fehlgeburten und Missbildungen befürchtet. Dieser Verdacht hat sich in Argentinien allem Anschein nach bestätigt: In der Provinz Chaco werden die Soja- und Reisfelder stark mit Glyphosat besprüht. Eine von der Regierung eingesetzte Kommission hat die dortigen Gesundheitsstatistiken vom Zeitraum 2000 bis 2009 ausgewertet. Dabei stellte sie fest, dass sich die Krebsrate bei Kindern in der Stadt La Leonesa verdreifacht sowie die der Geburtsfehler in der gesamten Provinz vervierfacht hat. Zeitgleich mit dem Anstieg dieser Werte wurden immer mehr Glyphosat und andere Herbizide landwirtschaftlich eingesetzt. Es handelt sich nur um registrierte Fakten und nicht um naturwissenschaftliche Forschungen – und doch liegt ein Zusammenhang nahe. Im Streit um Glyphosat scheiden sich die Geister. Aber egal, ob Kritiker oder Befürworter: Durch den massenhaften Einsatz kommt nahezu jeder mit Glyphosat in Berührung – das hat die Heinrich Böll-Stiftung mit ihrem Projekt „urinale. org“ unter Beweis gestellt. 2009 Probanden wurden auf Glyphosatrückstände im Urin untersucht, der Test fiel bei 99,6 Prozent positiv aus. Bedenklich: Bei 75 Prozent der Testpersonen war die Belastung mit mindestens 0,5 ng/ml (Nanogramm pro Milliliter) um ein Fünffaches höher als der für Trinkwasser zulässige Grenzwert von 0,1 ng/ml. Damit ist es unmöglich, dem Gift aus dem Weg zu gehen. FLEISCHATLAS 2016 www.boell.de/de/fleischatlas Öffnungszeiten Mo-Fr 9 -18 Uhr Sa 9 -14 Uhr Tel.: 04744 - 8012 info@radhaus-loxstedt.de www.radhaus-loxstedt.de Radhaus Loxstedt Helmut-Neynaber Str. 2 27612 Loxstedt Werkstattservice für Fahrräder und E-Bikes Einzige I:SY-Station im Umkreis von 50 km, wir haben alle E-Bike Varianten und Ausführungen vor Ort zum Testen 9


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