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LAUFPASS 03/2017

11 Dennoch machen sich die wachsenden Umsätze des Onlinehandels in Form eines deutlichen Strukturwandels bemerkbar: Jeder zehnte Euro wird heute schon im Handel online umgesetzt – Tendenz steigend. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kauften 2015 über 47 Millionen Menschen in Deutschland über das Internet ein, was 77 Prozent der Nutzer ab einem Alter von zehn Jahren entspricht. Nicht zu Unrecht wird das Onlinegeschäft als Wachstumsmotor des Handels beschrieben. Der derzeitige Status quo könnte so etwas wie die Ruhe vor dem Sturm sein, der in naher Zukunft über den klassischen deutschen Einzelhandel hinwegfegen wird. Aus dem Wachstum der Beschäftigtenzahlen wird sich in Kürze ein Rückgang entwickeln. Unterstützt durch den demographischen Wandel haben es insbesondere die Einzelhändler in ländlichen Gegenden zunehmend schwer, die nötigen Umsätze für Gehälter oder Mieten einzufahren. „Der aktuelle Strukturwandel im Einzelhandel wird nicht spurlos an der Branche vorübergehen. Bis 2020 könnten 50.000 Handelsstandorte wegfallen“, erklärt Stefan Hertel, Pressesprecher des Handelsverbands Deutschland e.V. (HDE). Davon werden aber ebenso die urbanen Regionen nicht verschont bleiben. Der HDE rechnet damit, dass in den Fußgängerzonen der deutschen Städte in großem Ausmaß mit Leerständen zu rechnen ist. Steht der deutsche Einzelhandel also vor dem Kollaps? Vertraut man dem aktuellen Trend, wird die Entwicklung jedenfalls für viele Unternehmen relativ kurzfristig den Tod bedeuten. Das Beratungsunternehmen Oliver Wyman geht in einer Studie sogar davon aus, dass in den nächsten 10 bis 15 Jahren jedes zweite Filialunternehmen vom Markt verschwunden sein wird. Aber eine Sache macht den Einzelhändlern Hoffnung: Dass Amazon mit Amazon Go sein erstes stationäres Geschäft gegründet hat – und darauf in den nächsten Jahren vermutlich die Eröffnung weiterer Läden auf der ganzen Welt folgen lassen wird, zeigt, dass der stationäre Einzelhandel auch in Zukunft immer von Bedeutung bleiben kann. „Es geht darum, zum Multichannel-Händler zu werden und auf allen Kanälen für die Kunden da zu sein. Die Kunden wollen ihre Händler on- und offline finden, beim Innenstadtbummel genauso wie beim Internet-Surfen auf der Couch“, sagt Stefan Hertel vom HDE. Die These ist gewagt, denn Digitalisierungsprojekte wie Online-Shops für Einzelhändler sind in der Regel zum Scheitern verurteilt. Im Internet können Verbraucher bei den Großanbietern ihre Produkte bereits zu Preisen erwerben, die unter den Einkaufspreisen für Einzelhändler liegen – ermöglicht wird das durch die Massen, in denen Online-Versandhäuser Waren einkaufen. Verbraucher kaufen Produkte dort, wo sie am günstigsten sind und der Aufwand am geringsten ist. Amazon und Co. warten mit Features wie kostenloser Rücksendung und problemloser Kaufpreiserstattung auf, die für Einzelhändler unrealisierbar sind. Zudem wird auch der einzige Vorteil des stationären Handels, die gute Beratung, vom Internet abgelöst. Immer mehr Internethändler bieten einen unkomplizierten Technik-Service und Video-Tutorials zu ihren Produkten an. sl > Bis zu 100 Mbit/s* > DSL- und Festnetz-Flat ab günstigen 24,95 €1 mtl. www.swb-gruppe.de DSL 100 VON SWB? PASST! 1) Aktion bis 31.12.2017. Nur für Privatkunden, die in den letzten 6 Monaten keinen swb-Telekommunikationsanschluss hatten sowie für Kunden ohne Highspeed-DSL-Anschluss. Mindestlaufzeit 24 Monate. Mtl. Preis nach 12 Mon. 39,95 €. FRITZ!Box 7360 einm. 29,95 €; Versandkosten 9,95 €. DSL-Anschluss mit bis zu 100 Mbit/s im Download, bis zu 40 Mbit/s im Upload. Standardgespräche in nat. Festnetze 0 ct/Min., in nat. Mobilfunknetze: 19,9 ct/Min.; kein Call-by-Call. * Bis zu 100 Mbit/s sind in ausgewählten Anschlussbereichen verfügbar. Alle Preise inkl. 19 % MwSt. Angebot regional begrenzt. Ein Angebot der EWE TEL GmbH, Am Weser-Terminal 1, 28217 Bremen.


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