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LAUFPASS 03/2017

26 In der Werkstraße steht eines der ältesten und architektonisch herausragenden Wohngebäude der Wohnungsgenossenschaft Bremerhaven (WoGe). Der Werkblock ist eine der wenigen erhaltenen Wohnanlagen, die ab 1920 im Stil des „Neuen Bauens“ entstanden sind. Die architektonische Bedeutung dieser Anlage ist jedoch wenig bekannt, weswegen sich die WoGe entschieden hat, die Fenster der Gewerbefläche zu informativen Hinguckern umzugestalten. Ursprünglich für 122 Familien errichtet, besticht die 1929/1930 fertiggestellte Anlage durch ihre klaren Linien, den kantigen Geschossbau und die Verschachtelung der unterschiedlich hohen Gebäudeflügel. Auch heute noch besitzt das denkmalgeschützte Quartier aus der Feder des Hamburger Architekten Friedrich Ostermeyer aufgrund seiner kompromisslosen Umsetzung seinen besonderen Charme. Vor allem die bedarfsgerechten Grundrisse und der malerische Innenhof mit Pavillon und eigenem Spielplatz stehen für ein wohnliches Zuhause mitten in der City. Um dieser Wohnqualität Rechnung zu tragen, hat die WoGe die Schaufenster der Gewerbeeinheit Werkstraße/Hökerstraße mit einer modernen Fenstergestaltung aufgewertet. Ab sofort können sich Passanten und Bewohner anhand kurzer Infotexte und markanter Zahlen ein genaueres Bild vom Werkblock machen, der seiner Zeit damals weit voraus war. Von architekturhistorischer Bedeutung Der Stil des „Neuen Bauens“ entstand im Rahmen der sich entwickelnden „Neuen Sachlichkeit“ zwischen 1910 bis 1930, der auch der bekannte Bauhausstil zugerechnet wird. Ziel war es, einen auf das Wesentliche reduzierten Wohnungsbau zu etablieren, der dennoch ein Maximum an Licht, Luft und Sonne bietet. Der Werkblock gilt als das einzige gelungene Wohngebäude aus jener Epoche im Land Bremen und wurde daher 2009 vom Landesamt für Denkmalpflege unter Denkmalschutz gestellt. WWW.WOGE-BREMERHAVEN.DE Grundsätzlich geht das deutsche Sozialversicherungssystem von einem klaren Schnitt zwischen Beschäftigung und Ruhestand aus. Aber mit dem Flexirentengesetz sind bereits zum Jahreswechsel Neuerungen zum gleitenden Übergang in die Rente in Kraft getreten. Seit dem 1. Juli 2017 wird nun auch die Teilrente neu geregelt. Bisher mussten Rentner, die bereits vor der Regelaltersgrenze eine Rente beziehen und sich über eine Einkommensgrenze hinaus etwas hinzuverdienen, für eine Teilrente von einem Drittel, der Hälfte oder zwei Dritteln der Vollrente entscheiden. Daraus ergab sich die Hinzuverdienstgrenze. Blieb der Verdienst unter dieser Grenze, erhöhte sich die Rente nicht. „Wurde die Grenze auch nur minimal überschritten, fiel der Rentner vorübergehend auf die nächstniedrige Teilrente zurück oder erhielt mitunter gar keine Rente“, erläutert Magnus Brosig, Referent für Sozialversicherungs- und Steuerpolitik bei der Arbeitnehmerkammer Bremen. Zusammen mit Rechtsberater Joachim Duhnenkamp informiert er am Donnerstag, dem 31. August 2017, von 17.00 bis 18.30 Uhr im Forum der Arbeitnehmerkammer in Bremerhaven über die neuesten Regelungen, weist auf Fallstricke hin und beantwortet Fragen zur Flexirente. Beim Flexirenten-Modell wird der Rentenbetrag auf Grundlage des jährlichen Hinzuverdienstes berechnet – nicht mehr auf der Basis der gewählten Teilrentenstufe. Bis zu einem Freibetrag von 6.300 Euro pro Jahr wird die Vollrente nicht zur Teilrente gekürzt, jeder zusätzlich verdiente Euro kürzt sie um 40 Cent. Um zu vermeiden, dass eine durch Erwerbsarbeit aufgestockte Teilrente erheblich höher als das vorherige Bruttoeinkommen ausfällt, besteht der sogenannte Hinzuverdienstdeckel. Das Gesamteinkommen aus Teilrente und Hinzuverdienst darf die Höhe des höchsten Gehalts in den 15 Jahren vor Rentenbeginn (mindestens Vollrente plus Hinzuverdienstgrenze) nicht übersteigen. Die neue Berechnung ist passgenauer und vermeidet Stufenabstürze, also drastische Rentenkürzungen bei nur geringfügig überschrittener Hinzuverdienstgrenze. Über weitere Details und mögliche Probleme klären die Experten beim Informationsabend der Arbeitnehmerkammer auf. ARBEITNEHMERKAMMER BREMEN Barkhausenstraße 16 27568 Bremerhaven WWW.ARBEITNEHMERKAMMER.DE Denkmal- geschützte Architektur WoGe gestaltet Schaufenster des Werkblocks neu Mehr Geld im Alter Flexibles Leben mit der Flexirente www.laufpass.com Fotos: Patty Chan/shutterstock.com


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