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LAUFPASS 03/2017

36 gesundheit Stille Nacht, schlau erwacht! Ausreichend Schlaf trainiert das Gehirn Schlafen ist eine komplizierte Angelegenheit. Schlafgewohnheiten sind sehr verschieden. Auf der einen Seite gibt es die Lerchen, die eher ins Bett gehen und dafür schon früh morgens topfit sind – auf der anderen Seite die Eulen, die bis in die Nacht wach bleiben und morgens nur schwer aus dem Bett kommen. Und dazwischen gibt es unzählige individuelle Varianten – nur eines ist den Menschen gemein: Ohne Schlaf kommt niemand aus. Erwachsene benötigen pro Nacht in der Regel sieben bis acht Stunden davon, um vollständig erholt in den Tag zu starten. Kinder brauchen dagegen wesentlich mehr Bettruhe – Schlaf fördert ihr Wachstum, die Entwicklung des Gehirns und stärkt das Immunsystem. In der modernen Gesellschaft wird dem Schlafen oftmals keine große Bedeutung zugesprochen. Das zeigt sich am besten an den seit Jahren gleichen Schulzeiten in Deutschland. Der Unterricht startet in den meisten Schulen bereits um 8.00 Uhr – und jeder, der die Schulbank gedrückt hat, weiß, dass mindestens die erste Stunde mit viel Qual und www.basta-magazin.de wenig Produktivität verbunden ist. Unzählige Studien haben belegt: Der frühe Unterrichtsbeginn widerspricht der biologischen Uhr – vor allem von Jugendlichen. Die deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) fordert seit einigen Jahren einen späteren Unterrichtsbeginn. „Wenn wir über eine Bildungsoffensive nachdenken, dann sollte auch der frühe Schulbeginn zur Diskussion stehen“, so DGSM-Präsident Dr. Alfred Wiater in einer Pressemitteilung der Institution. Bis auf wenige Modellversuche hat sich bislang nichts geändert. Die Debatte wirft eine generelle Frage auf, über die sich wenige Menschen Gedanken machen. Wie viel Schlaf ist für mich und mein Kind gesund? Laut dem DAK-Gesundheitsreport 2017 gibt es in dieser Hinsicht enormes Verbesserungspotential. Dem Bericht nach leiden ganze 9,4 Prozent der Menschen in Deutschland unter schweren Schlafstörungen. Die meisten unterschätzen das Problem, obwohl es mit starken gesundheitlichen Risiken einhergeht „Dauerhafter Schlafmangel kann ein Risikofaktor für Krankheiten oder Anfälligkeiten sein“, warnt Diplom Psychologin Sylvia Dreist von der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern in Cuxhaven. Diabetes, Kopf- oder Gelenkschmerzen können beispielsweise Folgen von Schlafmangel sein. Eltern sollten bei ihren Kindern verstärkt darauf achten, dass sie genügend Schlaf bekommen. Grundsätzlich lässt sich sagen: Je älter Kinder werden, desto weniger Schlaf benötigen sie. Säuglinge schlafen täglich rund 17 Stunden, meistens verteilt auf fünf Schlafperioden. Sie haben noch keine Vorstellung vom Unterschied zwischen Tages- und Nachtzeit. Aber schon nach wenigen Monaten entwickeln Babys ein Gespür dafür und schlafen nachts länger ohne Unterbrechung. Zwischen drei und sechs Jahren nimmt die Anzahl der Tage, an denen die Kinder tagsüber schlafen, ab. Dass ein Kind keinen Mittagsschlaf mehr benötigt, merkt man zum einen daran, dass es zunehmend länger braucht, trotz passender Gelegenheit mittags einzuschlafen oder es gar nicht erst einschläft. Zum anderen lässt es sich daran erkennen, dass keine Anzeichen von Müdigkeit wie beispielsweise Gähnen oder Verhaltensauffälligkeiten auftreten, wenn das und das Immunsystem


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