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LAUFPASS 03/2017

Kindersport: drei goldene Regeln Mitentscheiden: Kinder sollten mitentscheiden dürfen, welche Sportart sie ausüben möchten. Trotz Ehrgeiz: Der Spaß steht im Vordergrund. Sonst verliert Ihr Kind schnell die Motivation. Nicht vergleichen: Sondern die Fortschritte an den eigenen Leistungen des Kindes messen. Welchen Sport können Kinder ab welchem Alter treiben? Tischtennis: Tischtennis eignet sich für Grundschulkinder ab sieben Jahren. Die aus England stammende Sportart trainiert Koordination und Konzentration. Skifahren: Ab knapp vier Jahren können Kinder Ski fahren. Der Pistensport trainiert Koordination sowie Kraft und fördert den Gleichgewichtssinn. Tennis: Kinder können ab einem Alter von fünf Jahren den Schläger schwingen. Der weiße Sport mit der gelben Filzkugel trainiert Koordination und Konzentration. Handball: Mit sieben Jahren trainieren Mädchen und Jungen Handball. Das Ergebnis: Ausdauer, Schnelligkeit und Konzentration verbessern sich. Eislaufen: Zwischen vier und fünf Jahren beginnen Kinder mit dem Eislauftraining. Sie verbessern so Gleichgewicht, Körperkoordination und Kraft. Basketball: Ab sieben Jahren können Kinder im Verein auf Korbjagd gehen. Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination profitieren davon. Tanzen und Ballett: Ab vier Jahren gehen Kinder in die Tanz- oder Ballettschule. Sie verbessern durch das Training Rhythmusgefühl, Gleichgewichtssinn und Gelenkigkeit. VERGÜNSTIGUNGEN MIT DER AOK Versicherte der AOK Bremen/Bremerhaven erhalten in zahlreichen Sportvereinen Vergünstigungen, z.B. bei Olympischer Sport-Club Bremerhaven, Werder Bremen (Die Windel-Liga) oder Bremen 1860. Weitere Infos unter www.aok.de/bremen. ÄPFEL, MÖHREN & CO. So lassen sich Kinder für gesunde Kost begeistern Brokkoli, Fenchel, Rote Bete? Fehlanzeige. Bulgur? Kenne ich nicht, esse ich nicht. Nudeln? Aber nur mit Tomatensauce. Pommes Frites? Immer. Und Gummibärchen sowieso. Viele Kinder mögen nicht alles, was auf den Tisch kommt. Zum Leidwesen ihrer Eltern haben sie eine Vorliebe für Lebensmittel, die viel Fett oder viel Zucker enthalten – aber wenig Vitamine und Mineralstoffe. AOKErnährungswissenschaftlerin Anita Zilliken verrät, wie man Kindern Obst und Gemüse schmackhaft machen kann. Auch Erhebungen zur Ernährung, etwa im Rahmen der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS-Studie), zeigen, dass Kinder nicht nur zu wenig Gemüse und Obst zu sich nehmen, sondern auch zu wenig Kohlenhydrate in Form von Getreide und Kartoffeln oder zu wenig Milchprodukte, die Eiweiß und Kalzium liefern. „Dabei brauchen Heranwachsende eine besonders ausgewogene Versorgung mit Nährstoffen, damit sich Körperfunktionen wie das Immunsystem, Knochenaufbau oder geistige Leistungsfähigkeit gut entwickeln können“, sagt Anita Zilliken. „Deshalb sollten Eltern den Kindern von Anfang an ein vielseitiges Angebot an nährstoffreichen, gesunden Lebensmitteln zur Verfügung stellen“, sagt AOK-Expertin Zilliken. „Wenn die Eltern Obst, Gemüse, Salate und Vollkornprodukte als schmackhaft erleben, wird das bei den Kindern voraussichtlich früher oder später auch selbstverständlich sein.“ Kinder mit einbeziehen Die Kinder können mit ihren Eltern zusammen einkaufen gehen, die Einkaufstasche ausräumen, Obst und Gemüse waschen oder schnippeln, Brote streichen und den Tisch decken. „Wenn Kinder sich beteiligen, sind sie auch eher bereit, alles zu essen und neue Nahrungsmittel auszuprobieren“, betont Expertin Zilliken. Auf keinen Fall sollten Kinder zum Essen gezwungen werden, denn das kann die Ablehnung nur verstärken. Außerdem rät Zilliken Eltern, Regeln festzulegen, wie zum Beispiel: Erst einmal probieren und dann entscheiden, ob es schmeckt oder nicht. Auch der »Rahmen« spielt eine Rolle: Feste Essenszeiten, eine harmonische Atmosphäre, eine schöne Tischdekoraktion und ein lustiger Tischspruch tragen zur Lust am Essen bei. Kinder essen mit allen Sinnen und mögen deshalb zumeist auch lieber Rohkost als gekochtes Gemüse: ein Apfel oder eine rohe Möhre – das knackt nämlich so schön, wenn man reinbeißt. Auch die Farben spielen eine Rolle: Je farbintensiver die Mahlzeit, desto besser. Eine knallrote Tomatensauce, grüne Petersilie oder gelbe und rote Paprikawürfel können eher farbloses Essen wie Blumenkohl, Fenchel oder andere beim Nachwuchs eher ungeliebte Speisen aufpeppen. Zum sinnlichen Erleben gehört auch, die Speisen anfassen zu dürfen. Kinder essen gerne mit den Fingern – deshalb kommt Fingerfood immer gut an. Zudem favorisieren Kinder süßes Gemüse wie Mais, Möhren, Erbsen, Kürbis oder Paprika. Die süße Vorliebe ist angeboren, damit Babys Appetit auf die leicht süßliche Muttermilch haben. Vielleicht sollten Eltern das Gemüse mal in ungewohnter Form anbieten, etwa im Pfannkuchen oder als Burger. Auch bei den Namen ist Fantasie gefragt: Kinder horchen nämlich auf, wenn sie von einem »Nudel-Ufo« oder einer »Zaubercreme« hören. Und wenn alles nichts hilft? „Eltern sollten nicht aufgeben und dem Kind immer wieder vielfältige Speisen anbieten“, sagt AOK-Ernährungswissenschaftlerin Anita Zilliken. „Denn der Geschmack von Kindern ändert sich schnell und wird immer wieder auch von außen – von Freunden, Kita, Großeltern – angeregt.“ AOK-KINDERPORTAL www.jolinchen.de; AOK-Expertenforum »Ernährung«: www.aok.de/bremen; Deutsche Gesellschaft für Ernährung: www.dge.de > Kinder Jugendliche. AOK-ERNÄHRUNGSBERATUNG Diana Haack & Doris Richter, Telefon: 0471 16-738, E-Mail: Diana.Haack@hb.aok.de/Doris.Richter@hb.aok.de.


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