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LAUFPASS 04/2016

Aber: Reiter sah auch, „wie verletzlich unser Planet ist“. So waren die Schneisen, die beim Abholzen der Regenwälder gezogen wurden, mit bloßem Auge erkennbar. Und Gebiete, in denen Krieg geführt wurde, unterschieden sich vom All aus deutlich von denen, in denen Frieden herrschte: „Zum Beispiel war der Balkan bei meiner ersten Mission pechschwarz, weil es Kriegsgebiet war.“ Die Impressionen von der Erde haben sich tief in das Gedächtnis des ehemaligen Astronauten gebrannt. Unvergesslich ist außerdem das Gefühl der Schwerelosigkeit, das man nach Reiters Einschätzung noch am ehesten mit dem Sporttauchen vergleichen kann. Und wie stand es mit der Angst? War sie trotz aller spektakulären Eindrücke nicht doch ein ständiger Begleiter? Schließlich sind Astronauten logischerweise weitgehend auf sich allein gestellt. Und die Liste der Astronauten, die ihr Leben verloren haben, ist relativ lang. Familie stand fest hinter Reiter Thomas Reiter schüttelt energisch mit dem Kopf. Natürlich sei bei ihm – immerhin als Ingenieur ein kühler Kopf – „ein Bewusstsein für das Risiko vorhanden“ gewesen. Doch er habe für sich das Risiko einerseits und den Nutzen für sich und für die Allgemeinheit andererseits nüchtern abgewogen. Diese Entscheidung sei ihm erheblich dadurch erleichtert worden, dass die Astronauten immer wieder detailliert auf Notfallsituationen vorbereitet würden. Und dann ist da ja auch noch die Familie – wenn sie und insbesondere die Ehefrau die Arbeit im All nicht unterstützt hätten, wäre Thomas Reiter auf festem Boden geblieben. Für den ehemaligen Astronauten ist es keine Frage: „Ohne Zögern würde ich wieder ins All starten.“ Doch er fügt hinzu: „Das wird ein Traum bleiben. Denn mittlerweile ist die nächste Astronauten-Generation am Zuge.“ An deren Ausbildung war Reiter maßgeblich beteiligt. Denn bis Ende des vergangenen Jahres leitete er das ESADirektorat für Bemannte Raumfahrt und Missionsbetrieb mit Sitz in Darmstadt. In dieser Funktion koordinierte er Europas Beitrag zur ISS, die ESA-Aktivitäten im Bereich der bemannten Raumfahrt sowie den Betrieb bemannter und unbemannter Raumfahrzeuge und des Bodensegments. Seit Anfang 2016 ist Thomas Reiter ESA-Koordinator im ISS-Programm und Berater des ESA-Generaldirektors. Fast an jedem Wochenende fährt er von Darmstadt nach Rastede in der niedersächsischen Gemeinde Ammerland, wo er mit seiner Frau und den beiden Söhnen lebt. Ob seine Kinder auch früher Raketen aus Papprollen gebastelt haben – Reiter will es nicht verraten. 10.12.16 RAPUNZEL – NEU VERROLLT Rollkunstlauf-Show für die ganze Familie 18.12.16 CHRIS TALL „Selfi e von Mutti! Wenn Eltern cool sein wollen ...“ 03.02.17 TOM GAEBEL „Licence to Swing“ 04.02.17 DIETER NUHR „Nur Nuhr“ 09.02.17 DANCEPERADOS OF IRELAND Die authentische irische Stepp-Show 15.02.17 DIE NACHT DER MUSICALS Mit Stars der Musicalszene 23.02.17 SEMINO ROSSI & LINDA HESSE „Romantische Momente – Das Doppelkonzert“ 05.03.17 INA MÜLLER „Juhu-Tour 2017“ 29.04.17 PAUL PANZER „Invasion der Verrückten“ 13.05.17 JOE BONAMASSA „The Guitar Event of the Year 2017“ Weitere Veranstaltungstermine unter: www.stadthalle-bremerhaven.de Bundesweiter Kartenvorverkauf Ticket-Hotline: 0471/59 17 59


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