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LAUFPASS 04/2016

zuweichen. Außerdem lebt man ja nicht allein von Brot und Wasser. Der dritte Punkt bezieht sich auf die Gesundheit. Welche Produkte esse ich, um meinem Körper wichtige Nahrungsstoffe zuzuführen? Das wichtigste Stichwort ist hier Eiweiß, das sich ja in hoher Konzentration vor allem in tierischen Produkten findet. Schnell muss man sich also informieren, welche wichtigen Stoffe in welchen Nahrungsmitteln stecken. Gerade dieser Aspekt macht für mich die vegane Ernährung zu einer sehr bewussten Ernährung. Hat man sich erst einmal schlau gelesen, so geht die Suche nach guten Rezepten los. Dank des Internets findet man auch hier recht schnell gute Anreize dafür, was als nächstes auf den Teller kommt. Ob es nun Pommes Frites aus Hokkaidokürbisstreifen sind oder Schmelzkäseersatz aus gestampften Mandeln. Hier merkt man allerdings wieder deutlich, dass es in vielen Fällen einer längeren Zubereitungszeit bedarf. Was bringt es? Solch eine Ernährungsumstellung macht man nicht einfach mal so aus Spaß. Es stellt sich also die Frage, was es einem denn bringt, sich plötzlich mal einen Monat lang vegan zu ernähren. Abseits der schon geklärten Tatsache, dass man sich bewusster ernährt, kommt für mich noch hinzu, dass ich mich in einigen Belangen besser fühle. Der schwere Magen, den man nach einem guten Steak oder nach einem gemütlichen Grillabend hat, bleibt bei veganer Ernährung größtenteils aus. Überraschend war eine andere Erfahrung: Gerade für mich als Kochmuffel steigerte die Umstellung auch die Lust am Kochen. Ähnlich wie den Highscore bei Tetris zu knacken, war ich unglaublich motiviert, aus Gemüse und ähnlichen Dingen, etwas Leckeres zu zaubern. So wurde schnell der typische Gemüseauflauf durch Linguine mit Auberginen oder Mungobohnenpuffer ersetzt. Zugegeben: die Zubereitungszeit ist noch immer höher als bei „normalen“ Gerichten, aber das muss man wohl so hinnehmen. Vegan ist immer auch Slow – in der Verdauung wie in der Zubereitung. Neugierig war ich auf die Reaktionen meines Umfeldes. Freunde und Bekannte reagierten auf meine vegane Probefahrt zumeist sehr ähnlich. Sprüche von „Bist du jetzt zum Esoteriker geworden?“ oder „Rettest du jetzt auch Tiere aus der Massentierhaltung?“ bis hin zu „Was bist du denn jetzt für ein Weichei?“ waren an der Tagesordnung. Bei einem Grillabend dann standhaft zu bleiben, ist dementsprechend schwierig. Auf der anderen Seite steigt aber auch das Verständnis für „echte“ Veganer. Ständig müssen Sie sich unreflektierte Kritik anhören oder sich gar rechtfertigen. Mein Selbstversuch hat jedoch dazu geführt, dass mein Verständnis für Veganer gewachsen ist. Man setzt sich automatisch damit auseinander, wie schwierig es eigentlich ist, als Veganer in Restaurants zu essen oder an sommerlichen Grillabenden nicht leer auszugehen. Nach meinem veganen Monat steht fest: Blöde Sprüche werden sich Veganer von mir garantiert auch nie wieder anhören müssen. Qualitäts-Zahnersatz made in Bremerhaven Wir fertigen Ihren Zahnersatz ausschließlich vor Ort Wir kooperieren mit den führenden deutschen Universitäten Wir schaffen Arbeitsplätze hier in Bremerhaven Rübeling Dental-Labor Langener Landstraße 173 27580 Bremerhaven Telefon: 0471 / 984 87-0 info@ruebeling.de www.ruebeling.de


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