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LAUFPASS 04/2016

7 Wie viel sind 10 μSv im Kalenderjahr? Zum Vergleich kann man die natürliche Strahlung heranziehen, der wir in unserer Gegend jeden Tag ausgesetzt sind. Für die Wesermarsch oder auch den Landkreis Cuxhaven kann man den jüngsten Messungen zufolge davon ausgehen, dass wir hier durch die natürliche Strahlung eine Strahlendosis von 10 μSv innerhalb von 6,5 Tagen, auf dem Brocken im Harz bereits innerhalb von 3 Tagen erhalten. Wie wird sichergestellt, dass wirklich nur jene Stoffe freigegeben werden, die die gesetzlichen Werte aufweisen? Es wird jede Charge, die das Gelände verlassen wird, gründlich gemessen. Es wird gemessen, protokolliert, kontrolliert und geprüft durch die Aufsichtsbehörde und die von ihr beauftragten Sachverständigen. Nur wenn die Richtwerte der Strahlenschutzverordnung eingehalten sind, wird das Material durch die Zustimmung durch die Aufsichtsbehörde freigegeben. Welche Radionuklide werden durch die Messungen erfasst? In kerntechnischen Anlagen entstehen unterschiedlichste strahlende Elemente. Alle von der kerntechnischen Anlage künstlich erzeugten Nuklide werden erfasst und bewertet. Jenseits der Risiken durch Radioaktivität wird der Rückbau einer solch großen Anlage weitere Belastungen erzeugen. Allein der Transport von 670.000 Tonnen Beton und Stahl wird tausende LKW-Fahrten erfordern. Für den Abtransport des Materials während des konventionellen Abrisses der Anlage stehen als Alternativen die Nutzung von Schiff, Bahn und LKW zur Verfügung. Es handelt sich dabei ja nicht um Abfall, sondern um Wertstoffe. Ob Beton oder Stahl – fast alles wird den Wirtschaftskreisläufen wieder zugeführt. Neben der oberirdischen Lagerung hochradioaktiven Materials auf dem Anlagengelände im Zwischenlager bereiten den Menschen der Transport und die Lagerung der schwach radioaktiven Substanzen – der sogenannten freigemessenen Reststoffe  – große Sorgen. Was soll mit diesen geschehen? Für die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle hätten wir natürlich auch lieber schon heute als morgen Endlagerstätten für die radioaktiven Abfälle. Mit unserem geplanten Zwischenlager erfüllen wir aber alle Sicherheitsanforderungen und haben dabei auch den Deichschutz im Blick. Bei den freigemessenen Reststoffen handelt es sich um vergleichsweise kleine Mengen, die nicht mehr der atomrechtlichen Überwachung unterliegen müssen, weil von ihnen keine Gefahr ausgeht. Genau das weisen wir im Rahmen des Freigabeverfahrens gegenüber der Behörde nach. Wo werden diese Stoffe gelagert werden? Das wissen wir noch nicht. Die Ausweisung geeigneter Lagerstätten liegt in der Verantwortung des Landkreises. Wir gehen davon aus, dass der Landkreis uns zu gegebener Zeit entsprechende Lagerstätten ausweist Immer wieder wird der Rückbau des KKW Unterweser mit der Firma Freimuth in Verbindung gebracht. Diese will gegen den Willen der Bevölkerung und der Gemeinde eine Deponie in der Samtgemeinde Hagen errichten. Gibt es Gespräche zwischen EON beziehungsweise nun Preußen Elektra und dem Abbruchunternehmen? Nein. Es hat nie Gespräche gegeben und es sind auch keine beabsichtigt. Die Frage der Deponierung oder Lagerung werden wir mit den zuständigen Behörden zur gegebenen Zeit erörtern. Eine Lagerung in einer Deponie bei Hagen war nie Thema in unserem Haus.


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