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LAUFPASS 04/2016

Der Begriff „Popmusik“ ist schnell erklärt. „pop“ ist die Abkürzung von populär, übernommen aus dem Lateinischen von „populus“, das Volk. Volksmusik hat in unseren Landen dennoch eine etwas andere Bedeutung. Red Noise, Bremerhavens spritzige Newcomer, identifizieren sich zwar mit ihrem „Volk“, dem Publikum, fahren aber ganz klar die Schiene der Popmusik mit aktuellen Chart Hits und allen Musikstilen, die ihr Musikerherz schneller schlagen lassen. Sie sind also extrem vielseitig. Ihr oberstes Gebot: Jede Party zu rocken. Die Band ist ein Produkt aus notwendiger Fluktuation, als die Zeit für Veränderung über sie hereinbricht und dem unbändigen Willen, niemals aufzuhören, nur weil gerade mal was stagniert. Zu viert waren sie schon. Vier wollen jetzt mehr. Jarek Raschkowski (Piano), Jan Braach (Git., Gesang), Daniel Rewerski (Bass) und Schlagzeuger Tim Klempow stellen am Ende irgendeines Tages fest, um alles anders zu machen muss eine neue Frontstimme her. Stillstand ist Rückschritt. Im ersten Moment mag es vielleicht sekundär gewesen sein, ob diese Stimme nun weiblich oder männlich sein soll, im zweiten ist es Liebe auf das erste Gehör. Linda Schinkel, stimmgewaltige Amazone aus Osterholz-Scharmbeck, findet bei den vier Herren nicht nur Anklang, akustisch wie optisch, es herrscht sofort euphorische Einstimmigkeit: Die oder keine. Als Backup Band der Osterholzerin beim Deutschen Rock-Pop- Preis inmitten fetter Konkurrenz und fern der Heimat, bestehen sie den ersten richtigen Test mit phänomenalem Verlauf. Jury und Publikum setzen die Bremerhavener auf den dritten Platz. Das macht sie stolz, das lässt die Brust schwellen, denn damit hat niemand wirklich gerechnet. Das Quintett verschwendet auch nicht einen einzigen Gedanken daran, welchen Stellenwert Covern in anderen Musikerseelen einnimmt. Es hat seine absolute Daseinsberechtigung wie alles, was einem selbst und anderen Spaß bringt und vom Tristan dunkler Tage ablenkt. Die neue Frontfrau ist Singer/Songwriterin, schreibt ihr eigenes Material, zudem als Solokünstlerin unterwegs, während die Kollegen alle fest im Job stehen. Linda fühlt sich dennoch in dieser Formation ganz prima aufgehoben. Turbulenzen im Terminkalender werden gemeinsam und für beide Seiten zufriedenstellend entwirrt. Bei der ständig wiederkehrenden Frage nach der Bedeutung des Namens, schließlich fehlt bis zum „Red Nose Day“ nicht viel, kommt die fünfstimmige Antwort wie aus der Pistole geschossen: Red Noise, rotes Rauschen, besser bekannt als Brownsches Rauschen oder 1/f²-Rauschen, bei dem sich die Leistungsdichte umgekehrt proportional zum Quadrat der Frequenz (~1/f²) verhält. Na also, geht doch, auch wenn das längst noch nicht alles ist. In den meisten Fällen reicht es aber als Erklärung, schließlich wollen sie ja auch noch auf die Bühne und den musikalischen Spaß unter das Volk bringen, und das ohne Sampler. Red Noise spielen ihr umfangreiches Repertoire aus sechs Jahrzehnten mit Schwerpunkt auf dem Soul- und Funkbereich handgemacht und 100% live. Das werden die Besucher des jüngsten Straßenfestes „Alte Bürger“ gern bestätigen. Natürlich war das ein Heimspiel, aber oft genug gilt der Prophet im eigenen Lande ja weniger als eine leere Bierdose im Backstage Bereich. Für 2017 stehen schon einige feste Termine auf ihrem Zettel. Es sind allerdings auch noch welche frei. Wer diese spritzige und Party erfahrene Top 40 Mannschaft also buchen möchte, der nimmt einfach unten stehende Kontaktadresse. Preise sind zwar aus der Verhandelbar, dennoch sollten sie schon seriös sein. Schließlich wollen Red Noise ihre musikalische Leidenschaft nicht nur aus eigener Tasche finanzieren. Wer will das schon. Wenn ein Bandmitglied mit dem Gedanken spielt, sich ein neues Auto zu kaufen, stehen die anderen sofort auf der Matte und drängen darauf, dass es mindestens ein Kombi wird. Irgendwie muss ihr Equipment ja transportiert werden, und das ist nicht gerade wenig. „Wir sind für fast alles gerüstet“, sagen sie, „was fehlt, das wird besorgt!“ gbm Red Noise Poppiges Quintett aus Fishtown Foto: Martina Buchholz 84 www.laufpass.com


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