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LAUFPASS 04/2016

In seinem Heimatland Norwegen zählt Nikolai Astrup (1880 – 1928) zu den bekanntesten und beliebtesten Künstlern. Er gilt aufgrund seiner Motive als der „norwegischste Maler“: seine romantischen Gemälde und Druckgrafiken der wilden und beeindruckenden Natur, sowie des traditionellen Lebens West-Norwegens haben das Bild dieses Landes und seiner Einwohner entscheidend geprägt. Bedeutende Werke befinden sich im Nationalmuseum in Oslo, vielen norwegischen Museen und zahlreichen privaten Sammlungen. Umso erstaunlicher, dass der herausragende Zeitgenosse Edvard Munchs außerhalb Skandinaviens bislang vor allem Experten bekannt ist. Nikolai Astrup wurde durch seine ausdrucksvolle Malerei und seine innovative Druckgrafik zu einem der bekanntesten norwegischen Künstler des 20. Jahrhunderts. Wie sein Landsmann Edvard Munch erweiterte er die Möglichkeiten des Holzschnitts und verwischte bewusst die Grenze zwischen Druckgrafik und Gemälde, um die »inneren Bilder« darzustellen, die seiner Kreativität zugrunde lagen. Diese entsprangen hauptsächlich Erinnerungen seiner Kindheit und fangen mittels der eindrucksvollen Landschaft und der traditionellen Lebensweise in seiner Heimat in Westnorwegen vor allem die emotionale Erfahrung bestimmter Augenblicke ein. Am bekanntesten sind Astrups Gemälde norwegischer Sommernächte, insbesondere die der berühmten Mittsommernachtsfeuer. In seinen Landschaften beschwor er sowohl die für seine Heimat Jølster typische Atmosphäre als auch die Stimmungen im Wechsel der Jahreszeiten. Hier verbrachte er fast sein ganzes Leben, zuerst in der Pfarrei seines Vaters und dann auf dem Hof, den er am gegenüberliegenden Seeufer errichtete, dem heutigen Astruptunet, wo er mit seiner Frau und der wachsenden Familie seit 1913 bis zu seinem frühen Tod 1928 wohnte. Nach 1920 wurden der Hof, dessen Garten und die umliegende Landschaft zu den Hauptmotiven seiner Kunst. Astrup wurde von dem Wunsch getrieben, einen »Nationalstil « zu erschaffen, der in Stimmung und Motiv rein norwegisch war, indem er Stilelemente des Realismus und der naiven Malerei miteinander verband. Seine charakteristische Bildsprache beinhaltet außerdem Aspekte der norwegischen Folklore – von Getreidegarben, die an eine Armee Trolle erinnern, bis hin zu mythischen Wesen, die schneebedeckten Bergen entspringen. Mit über 100 Ölgemälden und großformatigen Holzschnitten stellt diese Ausstellung Nikolai Astrups einzigartiges und außergewöhnliches Werk in Deutschland erstmals vor. NIKOLAI ASTRUP – FREUDENFEUER IN DER MITTSOMMERNACHT nach ca. 1917, Ö/L, 60 x 66 cm. Sparkassenstiftung DNB/Die Astrup Sammlung /KODE Kunstmuseen, Bergen. Foto © Dag Fosse / KODE NIKOLAI ASTRUP – RHABARBER 1911, Ö/L, 93 x 110 cm. Sparkassenstiftung DNB/Die Astrup Sammlung /KODE Kunstmuseen, Bergen. Foto © Dag Fosse / KODE SKANDINAVISCHE KÜNSTLER AUS DER SAMMLUNG In der Sammlung der Kunsthalle Emden befinden sich zahlreiche Werke skandinavischer Künstler, die während der Astrup-Ausstellung im Obergeschoss präsentiert werden: beispielsweise Asger Jorn, Carl- Henning Pedersen, Per Kirkeby oder Fotografen der Helsinki-School. Kunsthalle Emden Stiftung Henri und Eske Nannen und Schenkung Otto van de Loo Hinter dem Rahmen 13, 26721 Emden Telefon: 04921/ 97 50 50 www.kunsthalle-emden.de 87


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