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Mehr als eine Krabbelgruppe – Das pädagogische Gruppenkonzept »DELFI«

Mehr als eine Krabbelgruppe – Das pädagogische Gruppenkonzept »DELFI«

(Foto: Veronika Seppanen / shutterstock.com)

Die ersten Monate mit Kind sind für frischgebackenen Eltern eine aufregende Zeit, in der sie mit den alltäglichen Herausforderungen und Umstellungen des Alltags voll und ganz ausgelastet sind. Doch nach ein paar Wochen oder Monaten, wenn sich nach und nach so etwas wie Routine eingestellt hat, suchen viele Eltern nach neuen Anregungen und Angeboten für sich und ihr Baby. Manche brauchen Tipps und Hilfestellungen im Umgang mit ihrem Kind, andere möchten ihr Baby gerne im Hinblick auf eine Frühförderung möglichst optimal unterstützen und wieder andere wünschen sich neue Kontakte zu Gleichgesinnten, mit denen sie sich austauschen können.

Neben Baby-Schwimmen, Baby-Massage oder Baby-Turnen sind sogenannte Krabbelgruppen besonders beliebt. Es gibt allerdings sehr unterschiedliche Organisationsformen bei Krabbelgruppen. Zum einen gibt es die geleiteten Krabbelgruppen, bei denen Hebammen, Sozialpädagogen oder andere fachlich ausgebildete Gruppenleiter nach einem pädagogischen Konzept arbeiten und den Rahmen für den Ablauf der Treffen vorgeben. Zum anderen gibt es die ungeleiteten Krabbelgruppen, die meist privat oder kirchlich organisiert sind und eher lockere Zusammentreffen mit freiem Spiel sind und nicht unbedingt einen pädagogischen Förderaspekt verfolgen.

Manche der ungeleiteten Krabbelgruppe arten allerdings aufgrund fehlender Leitung oder fehlenden pädagogischen Kenntnissen zu regelrechten Kaffeekränzchen aus, bei denen sich ein ganzer Haufen Babys mit sich selbst und den am Boden ausgebreiteten Spielsachen beschäftigen soll, während die Eltern in einer Ecke des Raumes am Tisch sitzen, basteln, quatschen, Kekse essen und Kaffee trinken. Dies wäre bei einem pädagogisch geleiteten Gruppenarbeitskonzept wie DELFI undenkbar, erklärt die Sozialpädagogin Michaela Schwitalla, die während ihrer Arbeit als Sozialpädagogin mit Kindern in unterschiedlichen Altersgruppen gearbeitet hat und seit 2012 die DELFI-Kurse in Bremerhaven, Bokel und Nordenham leitet: „In unseren Kursen ist das Baby der Hauptakteur und der Fokus ist immer auf das Kind gerichtet, damit es von den Eltern achtsam im Spiel begleitet werden kann. Es gibt zwar auch Kurse, bei denen die Eltern zusammensitzen und basteln, doch diese finden dann ohne die Kleinen statt.“

Das DELFI-Konzept

(DELFI ist ein vereinheitlichtes, zertifiziertes pädagogisches Programm, das nur von ausgebildeten und fachlich speziell fortgebildeten Pädagogen durchgeführt werden darf. Der Name bildet sich aus den Anfangsbuchstaben der folgenden Begriffe und wird wie folgt definiert:

Denken Beachtung der Kommunikations-und Wahrnehmungsleistungen von Säuglingen, Bewusstsein für die lebenslange Bedeutung früher Erfahrungen

Entwickeln Kleine Kinder als Akteure ihrer eigenen Entwicklung – vom Beginn des Lebens an aktiv mit Menschen und Dingen beschäftigt, Verarbeitung von Eindrücken und Wahrnehmung zu eigener Lebenserfahrung und Kompetenz = Frühkindliche Bildung

Lieben Bewusstsein für die Notwendigkeit liebevoller Beziehungen, Eltern sind beim Aufbau und Erhalt solcher tragenden Beziehungen angewiesen auf eine unterstützende soziale Umgebung

Fühlen Gefühle als wesentlicher Bestandteil der Beziehung zu kleinen Kindern ab dem Beginn des Lebens, Aufmerksamer Umgang mit aufkommenden Gefühlen beim Erwachsenen und beim kleinen Kind, Unterstützung von intuitiven Kompetenzen

Individuell Respekt und Unterstützung individueller Eltern-Kind-Beziehungen und individueller Entwicklungsverläufe der Kinder

Ganz konkret bedeutet das, dass in den DELFI-Kursen die Eltern und Babys von der sechsten Lebenswoche an in der Regel das ganze erste Lebensjahr hindurch individuell begleitet werden, wobei die Eltern lernen, die wachsenden Fähigkeiten ihres Kindes spielerisch zu unterstützen. Michaela Schwitalla sagt: „Gerade das erste Jahr eines Kindes finde ich sehr faszinierend. Die kleinen Mäuse entwickeln sich in einem so schnellen Tempo, wie nie wieder. Ich finde es spannend, die Babys dabei zu begleiten und während meinen Gruppenstunden Anregungen und Angebote zu zeigen, wie man dieses unterstützen kann.“

Kleine Gruppen – großer Spaß

In den DELFI-Kursen erhalten Mütter und Väter in sehr kleinen Gruppen von 4 bis maximal 8 Kindern hilfreiche Informationen über die frühkindlichen Entwicklungsphasen sowie das richtige Handling des Kindes und können sich in der Gruppenarbeit über gesundheitliche Angebote austauschen. Was die Babys immer besonders gut finden: Bei den Treffen dürfen sie in wohlig geheizten Räumen völlig nackt nach Herzenslust spielen und erhalten zusammen mit ihren Eltern entwicklungsadäquate Bewegungsangebote, Finger- und Berührungsspiele sowie musikalische Angebote durch die Pädagogin. Durch diese spielerischen Beschäftigungen werden alle Sinne des Kindes angesprochen und die emotionale Elter-/Kind-Bindung positiv gestärkt.
Unerfahrene Eltern, die unsicher im Umgang mit ihrem Erstgeborenen sind, profitieren besonders von den Kursen. Sie lernen, die Signale des Kindes zu verstehen und besser auf die Bedürfnisse der Kleinen einzugehen, werden in der eigenen Wahrnehmung gestärkt und erfahren, dass sie auf ihr Bauchgefühl hören können und dürfen. Außerdem bauen alle Eltern mehr Selbstvertrauen im Umgang mit ihrem Kind auf und lernen, in Stresssituationen besonnener zu handeln und selbst ruhiger zu bleiben. Ein Bonus: Die sozialen Bindungen, die Eltern und Kinder in dieser wichtigen Entwicklungsphase mit anderen in der DELFI-Gruppe aufbauen, halten nicht selten weit über die Krabbelgruppenzeit hinaus und helfen Familien, ein belastbares Netzwerk Gleichgesinnter aufzubauen.

Von Bastelanleitungen bis Massagetechniken

Neben Bastelanleitungen, nach denen die Eltern zu Hause selber Spielsachen für die Kleinen aus einfachen Alltagsgegenständen basteln können, gibt die Kursleitung auch Anleitungen für den Aufbau von Bewegungslandschaften und Krabbelparcours im eigenen Wohnzimmer oder Garten oder macht konkrete Vorschläge für Spiele, die für die individuelle Entwicklung des Kindes gerade besonders geeignet sind. Den Eltern werden sogar verschiedene Massagetechniken bei den DELFI-Kursen beigebracht. Bei Michaela Schwitalla lernen die Eltern in den DELFI-Kursen die Schmetterlingsmassage nach Eva Reich. „Bei dieser Massagetechnik werden die Babys liebevoll und schmetterlingssanft umstreichelt. Besonders praktisch ist, dass diese Massage immer und überall durchgeführt werden kann, ganz so wie das Baby es gerade mag. Ich zeige unterschiedliche Techniken und jeder schaut individuell, was für sein Kind passend ist. Die Stärkung der Bindung zwischen Baby und Mutter oder Vater wird gefördert und die natürlichen Selbstheilungskräfte für die Entspannung und Eigenregulation werden unterstützt.“

Autor: Marianne Büsing

AOK-Kostenbeteiligung

Die AOK beteiligt sich übrigens mit dem Programm »500 Euro Plus« an Eltern-Kind-Kursen wie PEKiP, DELFI sowie Babyschwimmen und Babymassage. Neu ist die Kostenbeteiligung an Erste-Hilfe-Kursen bei Kindernotfällen, an Seepferdchen-Schwimmkursen und einer Baby-Trageberatung für Eltern.

DELFI-Kurse in Bremerhaven, Nordenham und Bokel
mit Michaela Schwitalla
Neue Kurse: beginnend im September 2020
Kursorte in: Leherheide, Lehe, Geestemünde und Grünhöfe (weitere Kursorte nach Bedarf bei ausreichender Teilnehmerzahl)
https://www.delfi-bremerhaven.de

DELFI-Kurse (und vieles mehr) in Geestland
mit Daniela Pfahl-Waldow (Von Anfang-an)
Kursorte in: Geestland
https://www.von-anfang-an.eu

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