Seite auswählen

Werbung

Das Summen der Nachhaltigkeit – Stiftung Hafenbiene

Das Summen der Nachhaltigkeit – Stiftung Hafenbiene (Fotos: MakroBetz/shutterstock.com | Andreas Bredehorn | Jens Lehmkuehler)

Es ist längst kein Geheimnis mehr, den Bienen geht es überhaupt nicht gut. Ihre Population auf unserem Planeten ist erschreckend geschrumpft. Die Gründe für das Sterben nützlicher Insekten sind ebenfalls hinlänglich bekannt, werden aber ignoriert oder heruntergespielt, weil beispielsweise in der mit Pestiziden vergifteten Landwirtschaft Ertragsinteressen überwiegen. Jeder Einzelne von uns könnte auf recht einfache Weise helfen, ohne dass er deshalb gleich zum Imker werden muss. Einer, der diesen Weg nicht gehen musste aber unbedingt wollte, ist der Bremerhavener Andreas Bredehorn.

Mit 25 Jahren beginnt der gelernte Werbegrafiker sich für das Imkern zu interessieren und macht es zu seinem Hobby. Innerhalb kürzester Zeit entwickelt sich solch eine starke emotionale Bindung zu seinen summenden Honigproduzenten, dass sie nahtlos in Leidenschaft übergeht. Seit 2011 ist er nun als Stadtimker tätig. Hoch motiviert engagiert er sich gleich in mehrere Richtungen: Workshops, Aufklärung in Kitas und an Schulen, Instruktionen für den Bau von Insektenhotels und nicht zuletzt in die Gründung seiner „Stiftung Hafenbiene“, für die er sich als Hauptstandort und festen Ankerplatz nichts Besseres als den sogenannten „Pulverschuppen“ im Naherholungsgebiet Speckenbütteler Park vorstellen kann.

Akribische Investitionsplanung zur Errichtung der Grundumsetzungen gehört für ihn dazu. Freifläche und Räumlichkeiten wären ideal für seine Bienenstöcke, das Unterstellen von Materialien, Seminare und Anschauungsunterricht für Kinder und Erwachsene. Letztere kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus, wenn sie bei ihm und seinen Schützlingen vor Ort sind. „Das ist gut so“, sagt er lächelnd, „wenn man staunt, dann fängt man an, sich Gedanken zu machen.“ Seinen emotionalen Bezug und weniger Angst wünscht er sich von den Mitmenschen. „Bienen stechen nur selten, weil sie wissen, dass sie danach sterben. Sie haben ihren Stachel nur zur Verteidigung. Bei Wespen verhält sich das allerdings anders.“

Der richtige Standort ist das A und O für eine erfolgreiche Honigernte oder den Erhalt einer gewünschten Honigsorte. Dem Bremerhavener geht es in erster Linie aber nicht nur um den Honig. Seine Sorge gilt schon lange vor der Ausübung seines Berufes den Folgen des erwiesenen Insekten- und Bienensterbens: „Weil Obst und Gemüse durch mangelndes Bestäuben zur Neige gehen.“ Deshalb ist ihm Konkurrenzdenken auch fremd und unverständlich. Das Gegenteil sollte der Fall sein. Gegenseitige Hilfe sieht Bredehorn als wesentlich effektiver beim Gedanken an den Erhalt der Bienen. Beispielhaft ist seine Hilfe für Neu-Imker, denen er seine Unterstützung anbietet, und die sich auch gern Utensilien, wie Schleuder oder Smoker, bei ihm ausleihen können.

Sein Engagement trägt vielerorts Früchte. So hat ihm das Atlantic Hotel Sail City ein grasbewachsenes Zuhause für 180.000 gold-braune Nektarsucher auf dem Dach zur Verfügung gestellt. Bei der AOK, diversen anderen Firmen und Schulen schwirren sie inzwischen ebenfalls herum. „In der Stadt finden die Bienen mehr Futter als auf dem Land. Monokulturen von Raps oder Mais machen den Tieren nämlich zunehmend das Leben schwer“, sagt der einzige Dachimker der Seestadt. Bei ihm ist alles regional. Sogar seine Bienenkästen werden nicht beim Großhändler geordert, sondern millimetergenau in den Werkstätten der Lebenshilfe Bremerhaven e.V. hergestellt. Wenngleich ihm inzwischen auch zusätzliche Mitarbeiter aktiv zur Seite stehen, sein enormes Engagement lassen Arbeit und Freizeit derart unbemerkt verschmelzen, dass andere Angelegenheiten des Herzens so sehr zu kurz kommen und die geduldigsten Partnerinnen ihm den Laufpass
geben.

In Gesprächen über seine fliegenden Lieblinge merkt man ihm das aber nicht an. Das Summen an den Stöcken, das mal anschwillt, um dann Sekunden später wieder beruhigend nachzulassen, scheint dem Klang seines Herzens mehr zu ähneln als vieles andere, hört man ihm wirklich zu. Liebend gern gibt er detailliert und verständlich sein Wissen weiter, hoffend, dass wenigstens ein Bruchteil seiner Ausführungen nicht nur hängenbleibt, sondern auch in hilfreiche Taten umgesetzt wird. Aufmerksam zuzuhören ist eine seiner Tugenden, hartnäckig seinen Weg zu verfolgen, seiner Linie treu zu bleiben eine Weitere. Ja, sein Honig ist teurer als der gewöhnliche. Dafür schmeckt er unglaublich lecker, deckt letztlich aber auch nur einen kleinen Teil der immensen Kosten. Für Fragen und Austausch, zum Anpacken und Ausprobieren sowie Unterstützung durch Spenden, ist der Bremerhavener deshalb äußerst dankbar. (gbm)

SPENDEN

Die Stiftungspartner GmbH wg.
„Stiftung Hafenbiene“

Verwendungszweck: Spende
IBAN: DE16 2905 0000 2002 2204 02
WWW.HAFENBIENE.DE

Aktuelle Ausgabe

Mediadaten

Anzeige

Anzeige

Anzeige

X