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Welche Klinik für was? – Online-Übersicht zeigt Kliniken, die schwierige OPs durchführen dürfen

Welche Klinik für was? – Online-Übersicht zeigt Kliniken, die schwierige OPs durchführen dürfen

Welche Klinik für was? (Foto: StockLeb shutterstock.com)

Wenn eine komplizierte Operation ansteht, fällt die Wahl des richtigen Krankenhauses mitunter schwer. Deshalb bietet die AOK die erste bundesweite Online-Übersicht (www.aok-bv.de > Engagement > Mindestmengen) über alle Kliniken, die im Jahr 2020 komplizierte Operationen mit besonders hohen Risiken für Patienten durchführen dürfen. Dazu gehören beispielsweise Kniegelenkprothesen-OPs und Operationen bei Speiseröhrenkrebs. Krankenhäuser sind gesetzlich dazu verpflichtet, bei besonders anspruchsvollen und komplizierten Behandlungen bestimmte Mindestmengen an Operationen im Jahr zu erreichen.

Die »Mindestmengen-Transparenzkarte« im Internetauftritt des AOK-Bundesverbandes enthält die von den Kliniken aktuell gemeldeten Fallzahlen für alle sieben Behandlungen, zu denen gesetzlich vorgegebene Mindestmengen existieren. Das sind derzeit das Einsetzen von künstlichen Kniegelenken (50 Fälle pro Jahr), Transplantationen von Leber (20), Niere (25) und Stammzellen (25), komplexe Operationen an Speiseröhre (10) und Bauchspeicheldrüse (10) sowie die Versorgung von Früh- und Neugeborenen mit einem Geburtsgewicht von unter 1.250 Gramm (14).

Wer hält Mindestmengen ein?
„Mit unserer Online-Karte können sich Patienten informieren, welche Kliniken die Mindestmengen-Regelung einhalten“, sagt Dr. Jürgen Malzahn, Arzt und Leiter der Abteilung stationäre Versorgung und Rehabilitation bei der AOK. „Krankenhäuser, die auf der Karte fehlen, dürfen die jeweilige Behandlung nicht durchführen.“ Außerdem macht die „Mindestmengen-Transparenzkarte“ für jede einzelne Klinik deutlich, auf welcher Basis die Berechtigung erteilt wurde und welche Fallzahlen zuletzt erreicht wurden. Denn es sind auch Kliniken auf der Karte, die die notwendige Zahl von Operationen zum Beispiel aus organisatorischen oder personellen Gründen nicht erbracht haben. Sie mussten aber nachweisen, dass die Probleme für das Nicht-Erreichen der Mindestzahlen ausgeräumt wurden.

Patientenschutz pur
Daneben gibt es auch Krankenhäuser, die die OP-Berechtigung erhalten haben, um eine flächendeckende medizinische Versorgung in ihrem Bundesland zu gewährleisten. Zur Veröffentlichung der Online-Karte erneuert der AOK-Bundesverband seine Forderung, die Mindestmengen-Regelungen auszuweiten: „Mindestmengen sind Patientenschutz pur. Etliche Studien belegen, dass die bestehenden Mindestmengen angehoben werden sollten, um die Patientensicherheit weiter zu erhöhen. Außerdem sollten neue Mindestmengen für weitere Behandlungen eingeführt werden“, sagt Mediziner Malzahn. Dies gilt zum Beispiel für Operationen bei Brustkrebs oder Darmkrebs, aber auch für Hüftprothesen-Implantationen. „Hier operieren immer noch zu viele Kliniken mit zu wenig Routine und zu geringen Fallzahlen. Die Folgen für die betroffenen Patienten sind fatal. Sie reichen von häufigeren Komplikationen bis zu erhöhten Sterblichkeitsraten“, so Malzahn.

Laut Studien ist in Kliniken, die die vorgegebenen Mindestmengen einhalten, das Sterblichkeitsrisiko für die Patienten deutlich geringer als in Krankenhäusern mit Fallzahlen unterhalb der Mindestmenge. Sämtliche Informationen aus der Online_karte sollen in diesem Jahr auch in den Krankenhaus-Navigator (www.aok-krankenhausnavigator.de) der AOK einfließen, auf dem sich Interessierte vor einer Operation über die Qualität von Kliniken informieren können.

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