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So wie wir sind 1.0 – Neues Ausstellungskonzept der Weserburg

So wie wir sind 1.0 – Neues Ausstellungskonzept der Weserburg

Šejla Kamericć, BFF, 2015, Foto: Tobias Hübel

Die Sammlungspräsentation „So wie wir sind 1.0“ nimmt ab Ende März 2019 zwei Ebenen und damit über die Hälfte der gesamten Ausstellungsfläche der Weserburg ein. Die Ausstellung speist sich aus einer Vielzahl von privaten Sammlungen, von denen mehrere bereits seit Langem mit dem Haus verbunden sind und andere neu hinzukommen, sowie aus den eigenen Beständen und aus Leihgaben von Künstlern, die anlässlich der neuen Ausstellung zum ersten Mal in der Weserburg gezeigt werden.

„So wie wir sind 1.0“ stellt mehr als 100 Arbeiten und 80 Künstler aus unterschiedlichen Kontexten und Zeiten unter inhaltlichen und formalen Fragestellungen zusammen. Das Ergebnis ist eine Abfolge von Räumen, die den verbindenden Faden von Kunstwerken seit den 1960er Jahren bis heute über alle Medien hinweg herausarbeiten und sich ihren Themen aus unterschiedlichen Perspektiven annähern. Dort wird zum Beispiel (Abb-)Bildern der Natur oder dem Besonderen im Alltäglichen nachgespürt, werden Körper, Zeit oder Erinnerung thematisiert, urbane Räume oder Aspekte von Sprache in den Blick genommen und grundlegende Positionen malerischer Abstraktion oder minimaler Formensprache gezeigt. 

So lädt etwa Daniel Spoerri alltägliche Materialien wie Bierflaschen und Aschenbecher so geheimnis- wie humorvoll auf, während das Künstlerinnenduo FORT das Magische, gelegentlich sogar Unheimliche an scheinbar banalen Situationen herausarbeitet und Peter Piller das Lakonische eines Büroalltags zeichnerisch nachvollzieht. Da entdeckt Raymond Hains 1961 das malerische Potential von Plakatwänden und Klara Liden findet 2013 eine zeitgenössische Antwort. Oder da geht Richard Long in die Natur und schichtet das dort gefundene Material im Museumsraum zu aufgeladenen Kreisformationen, während Olafur Eliasson einen Indoor-Sonnenauf- oder untergang mittels Scheinwerfer inszeniert, Till Krause die Ergebnisse seiner konzeptuellen Spaziergänge zeichnerisch kartiert oder Elina Brotherus sich an romantischen Landschaftsdarstellungen reibt.

Avantgarde-Bewegungen wie Fluxus, Nouveau Réalisme, Konkrete Kunst, Sound, Minimal oder Conceptual Art, für die Weserburg seither bekannt ist, bilden auch zukünftig wesentliche Schwerpunkte. Erweitert werden sie von Werkgruppen und wichtigen Einzelarbeiten national wie international bekannter Künstler*innen sowie überraschenden Neuentdeckungen, die den Weg über die 1980er und 1990er Jahre in die unmittelbare Gegenwart vollziehen. Die unterschiedlichen Themensetzungen werden darüber hinaus von zwei konzentrierten Räumen zu Wolfgang Tillmans und Mariana Vassileva erweitert. 

Ein serielles Ausstellungsformat

Das Ausstellungsformat „So wie wir sind“ ist als mehrteilige Serie angelegt: Einmal im Jahr wird eine Variation und Auswechslung einzelner Werke oder ganzer Räume neue Lesarten der Gesamtpräsentation möglich machen und sie langfristig lebendig halten. Manches findet neue Nachbarn, verschwindet für eine gewisse Zeit oder taucht neu auf. „So wie wir sind“ markiert eine konzeptuelle Neuaufstellung der Weserburg und gründet gleichzeitig auf das, was die Struktur und Arbeit des Hauses als Europas erstes Sammlermuseum auch für die Zukunft wesentlich ausmacht: Die enge Partnerschaft mit Privat- und Unternehmenssammlungen.

Mehr Transparenz, neue Raumstruktur

Die Eröffnung von „So wie wir sind 1.0“ markiert über die Ausstellung hinaus auch den Moment, in dem die Weserburg einige strukturelle Neuerungen etabliert. So wurde der Eingangsbereich des Hauses von Studierenden der Klasse für Temporäre Bauten von der HfK umgestaltet und die Bibliothek als Leseraum in den Ausstellungsrundgang auf der 1. Etage integriert. Das Zentrum für Künstlerpublikationen und die Vermittlungsprojekte erhalten eigene Räume. Außerdem wurden Fensterfronten freigelegt und zahlreiche Zwischenwände eingerissen – das Ergebnis sind großzügige Raumabfolgen, die den Charme der historischen Lagerhäuser betonen und den einzigartigen Blick auf die Weser freigeben.

Neues Corporate Design

Gemeinsam mit dem Berliner Studio Lindhorst-Emme wurde zudem ein neuer grafischer Auftritt für die Weserburg entwickelt, der zeitgleich mit der Ausstellungseröffnung greift. Dieser umfasst unter anderem ein neues Logo, Werbemittel, eine verbesserte Besucherführung sowie eine neue Website.

So wie wir sind 1.0
30. März 2019 – 05. Januar 2020 
Weserburg – Museum für Moderne Kunst
www.weserburg.de

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