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Armando Balke und die Jazz Rockets

Armando Balke  und die Jazz Rockets

Die Jazz-Raketen (Foto: Presse)

Seit geraumer Zeit machen die Jazz Rockets in unserer Region durch bestechende Konzerte auf sich aufmerksam. Gründer Mike Bach, selbst Schlagzeuger, Keyboarder, Komponist und Produzent, auf der Suche nach einem talentierten Pianisten, lernt Armando Balke kennen, fragt nach und bekommt eine positive Antwort. Der Musikstudent (Hochschule für Künste, Bremen) kann sich sehr gut vorstellen, dieses Quartett enorm talentierter Musiker aus der Seestadt und umzu zum Quintett zu erweitern.   

Mike Bach will schon immer mehr als „nur“ trommeln. Mag sein, dass allein der Nachname Programm genug ist, um das Klavierspielen zu erlernen. Neben seinen Fähigkeiten als Komponist und Produzent agiert er in diversen Pop und Rock Cover Bands. Wie es aber häufig mit kommerziellen Projekten ist, wenn sie nicht mehr angepfiffen sind, platzen sie. Etwas Zeitloses muss her. Etwas, das man immer wieder in ein neues Gewand stecken, ständig verfeinern und damit experimentieren kann. Joachim „Fussy“ Fuss (E-Gitarre), Matthias Beckmann (Bass) und Terry Joe Schmidt am Schlagzeug, genau das sind die Männer, mit denen man sowas starten kann. 

Wenn Bremerhavens Vorzeige-Jazzer Jörg Seidel nicht gerade auf einer seiner zahlreichen Konzertreisen ist, mischt auch der gern mit. Fest eingestiegen hingegen ist nun der jüngst zum „Förderpreis Träger 2018“ gekürte Bremerhavener Pianist Armando Balke, der mit Noten, Tempi und Klängen herrlich selbstbewusst umgeht. Der „Herr über Ebenholz und Elfenbein“ hat die Swingkids hinter sich, sammelt aber noch überaus erfolgreich Lorbeeren mit seinem eigenen Ensemble. Ihn reizt ganz sicher, dass es sich bei den Jazz Rockets nicht um Swing dreht, sondern um Jazz-Pop-Rock mit Lounge Charakter, nur um hier und jetzt eine Schublade zu öffnen. 

Talentiert: Armando Balke – Pianist und Musikstudent (HfK Bremen) aus Bremerhaven (Foto: Presse)

Fett drückt der Bass mit der stampfenden Bass Drum zu scheppernden Becken, Fussy herrlich unaufdringlich und gekonnt melodiös an der sechssaitigen Fender, der Bach groovt am Keyboard. Armando hält am Piano nicht wild improvisierend dagegen, sondern fügt sich ein, brilliert bei jedem Solo, dass es dem Zuhörer gehörige Schauer über den Rücken rieseln lässt. Er versteht sich nicht als rein wiedergebender Interpret, sondern vielmehr als nachschöpfender, musizierender Komponist. Ebenfalls nicht zu überhören, die Jungs lieben es mit der Dynamik zu spielen. Nicht zu übersehen, sie mögen sich genau so sehr wie das, was sie bei jedem Auftritt abliefern. Das Programm stammt überwiegend aus den Federn von Mike, Fussy, Armando und Jörg Seidel. Einiges ist bereits auf der CD „Friendship“ verewigt. 2020 soll die nächste Scheibe kommen. Bleibt zu hoffen, dass dieser Haufen engagierter Musiker sich nicht so schnell sprengen lässt und zusammen bleibt. Wenn schon nicht auf ewig, dann wenigstens für immer. (gbm)

Freitag, 09. August | 21.00 Uhr | „Quartier 159“ | Alte Bürger 

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