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Red House kommt, um es krachen zu lassen

Red House kommt, um es krachen zu lassen

Foto: Presse

Wenn man als Musiker, Komponist und Texter Mitstreiter sucht, um sein eigenes Material zu verwirklichen, sei es für Studio-Aufnahmen oder Live-Konzerte, dann kann das unter Umständen eine langwierige, nicht unbedingt von durchgehendem Erfolg gekrönte Story werden. Dirk Berger aus Imsum, Keyboarder und Sänger, ist Gründungsmitglied der 1993 ins Leben gerufenen Seasons of Time und kann ein Lied davon singen.

Thomas Bertram (Gitarre) und Drummer Reinhard Gollan leiten Anfang der 80er Jahre die Gelsenkirchener Musikinitiative (GEMI) und spielen zudem in ein und derselben Formation. Wie es im Leben manchmal so ist: ihre Wege trennen sich, und etwa 35 Jahre später führen diese Wege sie auch wieder zusammen. Ein versierter Bassist und Sängerin Edith Gliescher machen das Duo zum Quartett. Um ein Programm auf die Beine stellen zu können, das sie umgehend ins Geschäft bringt, wird erst einmal gecovert, allerdings nie 1:1. Das nennt sich dann wohl Interpretation. Inzwischen spielt David Schönknecht aus Marl den Bass und singt, die ehemalige Frontfrau agiert irgendwo anders. Die Drei arbeiten hart, und das Repertoire besteht nun immerhin schon zu zwei Dritteln aus eigenem Material. 

Trotz aller Intensität: die Mucke soll ihr Hobby bleiben, aber mit professionellem Anspruch. Das sei eindeutig aus ihrem aktuellen Album „Bound to Hell“ herauszuhören, sagen ihre Fans. Für eine Amateurband sind sie viel unterwegs, und nicht immer kommen die Jungs finanziell auf ihre Kosten. Dann ist es einmal mehr die Leidenschaft, die sie zusammenschweißt. Red House ist ein verschworener kleiner Haufen aus dem Ruhrpott, der vor sieben Leuten im Club genauso Kniegas gibt wie vor 500 in einem Saal. Darüber hinaus ist es sogar so: Sollte es tatsächlich passieren, dass nur sieben da unten stehen, dann zeigen die dafür aber Begeisterung wie eine gute Hundertschaft. So sprechen Erfahrungswerte. Logisch, dem Trio ist ein volles Haus natürlich lieber. Gedacht wird jedenfalls positiv. 

Rechnet ein Konzert sich mal nicht in barer Münze, gleichen die hinzugewonnenen Fans das Manko aus. Ist es nicht häufig so: Losbrettern wie Profis, bezahlt werden wie Amateure? Im Westen nichts Neues. In allen anderen Windrichtungen aber auch nicht. Wenn andere Combos scheitern, sich auflösen, dann ja häufig am Ego der Mitglieder und deren unterschiedlichsten Interessen oder aus Mangel an bespielbaren Steckdosen, weniger an der Musikalität. Da niemand aus dem Dreiergespann von der Gage leben muss, gilt das Motto: Lieber das machen, was Spaß bringt, als wiederkäuend am Mainstream zu würgen. Gitarrist Thomas gibt mit seinen Kompositionen und vorwiegend kritischen Texten die Marschroute vor. Arrangiert wird dann gemeinsam. So sehen sie sich auch bei Live-Auftritten: als eine Einheit und nicht als Begleitband eines Gitarristen. 

Die ersten Takte des elektrisierenden Openers sind kaum im Auditorium versickert, da wird jedem vor der Bühne klar: diese Combo hat ihr Genre nicht gesucht. Es hat sie gefunden. Ein gepackter Terminkalender sagt ebenfalls mehr als Worte. Ausufernde Konversation ist nicht angesagt. Red House ist gekommen, um es musikalisch krachen zu lassen. Nicht, um zu reden. Diese Sprache versteht dafür jeder. So wird es auch am Samstag, dem 9. Februar 2019, sein, wenn die drei Jungs einen Abstecher in die Seestadt machen, um Kuddels Musikkneipe (Goethestr. 1) aufzumischen.

www.red-house-bluesrock.de

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