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Kurzarbeit

Kurzarbeit

Kurzarbeit – Arbeitnehmerkammer Bremerhaven (Foto: goffkein.pro/shutterstock.com)

WAS DIE AKTUELLE SITUATION FÜR BESCHÄFTIGTE BEDEUTET UND WELCHE RECHTE SIE HABEN.

Immer mehr große deutsche Konzerne melden Kurzarbeit an, darunter auch die Lufthansa und VW. Vor allem die Tourismusbranche, das Gastgewerbe und der Handel werden von der Corona-Krise hart getroffen. Allein bis Mitte April haben 725.000 Betriebe Kurzarbeit angezeigt und die Bundesregierung erwartet bis zu zwei Millionen Kurzarbeitende. Daher hat sie im Eilverfahren viele Änderungen beschlossen, die rückwirkend ab dem 1. März 2020 gelten und aktuell bis zum 31. Dezember 2020 befristet sind.

WAS IST KURZARBEIT?

Wenn ein Unternehmen aufgrund einer schlechten Auftragslage, wie jetzt in der Corona-Krise, weniger zu tun hat, kann es Kurzarbeit anmelden. Das bedeutet, dass es die regelmäßige Arbeitszeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trotz bestehender Arbeitsverträge vorübergehend verringern kann. Zwar verdienen die Angestellten dadurch weniger, können aber ihren Job während der Krise behalten. Kurzarbeit kann im gesamten Unternehmen oder nur in einzelnen Abteilungen für bis zu zwölf Monate am Stück umgesetzt werden. Das Unternehmen muss jedoch nachweisen, dass es den Arbeitsausfall nicht vermeiden kann. Im Verhältnis zu den einzelnen Beschäftigten ist der Arbeitgeber nicht berechtigt, einseitig Kurzarbeit anzuordnen. Vielmehr bedarf es hierzu in der Regel einer Vereinbarung (Arbeitsvertrag, Vertragsergänzung, Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung).

WAS ÄNDERT SICH DURCH DAS EILGESETZ DER BUNDESREGIERUNG ZUR KURZARBEIT?

Noch mehr Betriebe können durch die Einführung des Eilgesetzes Kurzarbeit nutzen. Bisher musste mindestens ein Drittel der im Betrieb Beschäftigten von einem Arbeits- und Lohnausfall betroffen sein. Künftig reichen zehn Prozent. Außerdem erstattet die Bundesagentur für Arbeit nun auch die Sozialversicherungsbeiträge voll; auch in Kurzarbeit sind Beschäftigte weiter in den Sozialversicherungen gemeldet.

WERDEN EINKOMMENSVERLUSTE AUSGEGLICHEN?

Den Einkommensverlust können Beschäftigte teilweise ausgleichen. Sie erhalten von ihrem Arbeitgeber Kurzarbeitergeld, das dieser sich von der Bundesagentur für Arbeit zurückerstatten lassen kann. Das sind 60 Prozent des ausgefallenen Nettogehalts (67 Prozent, wenn ein Kind im Haushalt lebt). Nach einem Gesetzesentwurf der Bundesregierung soll sich das Kurzarbeitergeld ab dem vierten Monat auf 70 bzw. 77 Prozent und ab dem siebten Monat auf 80 bzw. 87 Prozent erhöhen, wenn die Arbeit um mindestens 50 Prozent reduziert ist. Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen (Stand: 04.05.2020). Dadurch wird die entstandene Einkommenslücke etwas ausgeglichen. Die Agentur für Arbeit übernimmt für diesen Zeitraum außerdem die Sozialversicherungsbeiträge. Wer mit dem Geld nicht auskommt, kann Grundsicherung beantragen.

WEITERE INFORMATIONEN AUF
WWW.ARBEITNEHMERKAMMER.DE

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