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Fieberkrampf beim Kind – was Eltern wissen sollten

Fieberkrampf beim Kind – was Eltern wissen sollten

Bei Babys können Fieberkrämpfe auch schon ab 38 Grad Celsius vorkommen. (Foto: didesign021 / shutterstock.com)

Einen Fieberkrampf beim eigenen Kind zu erleben, kann Eltern sehr mitnehmen: Das Kind verdreht plötzlich die Augen, verliert vorübergehend das Bewusstsein, der Körper spannt sich an, Arme und Beine zucken. Die Haut wird blass und der Bereich um die Lippen kann sich blau färben. In den meisten Fällen dauern Fieberkrämpfe einige Sekunden bis weniger als fünf Minuten und hören von selbst wieder auf. Dennoch sollten Eltern – vor allem beim ersten Mal – den Notarzt (Telefon 112) rufen.

Rund zwei bis vier Prozent der Kinder (www.gesundheitsinformation.de > Fieberkrampf) erleben bis zu ihrem fünften Lebensjahr einen Fieberkrampf, typischerweise im Alter von ein bis eineinhalb Jahren, so das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Es wird vermutet, dass dies auf einer genetischen Veranlagung des Gehirns (www.dgkj.de > Fieberkrampf) beruht, in einer bestimmten Entwicklungsphase auf fieberhafte Infekte mit Krampfanfällen zu reagieren. Fieberkrämpfe können daher in manchen Familien auch bei mehreren Familienmitgliedern und über Generationen hinweg beobachtet werden.

Auslöser sind meist virale Infekte

Ausgelöst wird ein Fieberkrampf meist durch virale Infekte der oberen Atemwege oder des Magen-Darm-Traktes. Als Auslöser kommt auch die echte Grippe (Influenza) oder das sogenannte Drei-Tage-Fieber infrage. Häufig handelt es sich um einfache Fieberkrämpfe, von denen sich die Kleinen nach ein bis zwei Stunden wieder erholen und die ohne gesundheitliche Folgen bleiben. Das Auftreten eines einfachen Fieberkrampfes erhöht das Risiko für eine Epilepsie nur unwesentlich. Nur in äußerst seltenen Fällen steckt eine ernstere Erkrankung wie beispielsweise eine Gehirnhautentzündung dahinter.

Was tun bei Fieberkrampf?

Ein Fieberkrampf kann aus heiterem Himmel kommen: Die Körpertemperatur steigt manchmal so schnell, dass die Eltern überhaupt erst durch den Anfall merken, dass das Kind Fieber hat. Bei Babys kommen Fieberkrämpfe auch schon ab 38 Grad Celsius vor. „Ganz wichtig ist dann, Ruhe zu bewahren. Bei einem ersten Fieberkrampf oder bei Babys unter drei Monaten rufen Sie in jedem Fall den Notarzt. Legen Sie das Kind auf eine weiche Unterlage, damit es sich nicht verletzt. Bleiben Sie immer bei Ihrem Kind und beruhigen es. Auf keinen Fall dürfen Sie das Kind während des Krampfes schütteln, festhalten oder ihm etwas einflößen“, rät Anja Debrodt, Ärztin bei der AOK.

Nach dem Anfall hilft eine stabile Seitenlage, damit Speichel und gegebenenfalls Erbrochenes abfließen können. Das Gesicht sollte dabei gut zu sehen sein. Danach kann die Körpertemperatur des Kindes gemessen werden. Ist sie erhöht, helfen kühle Wadenwickel oder ein fiebersenkendes Medikament. Nach einem Krampfanfall schlafen die meisten Kinder ein oder sind längere Zeit langsamer und schläfrig.

Dauer des Anfalls notieren

In seltenen Fällen dauert der Anfall länger als 15 Minuten. Meist sind die Krämpfe dann auf eine Körperseite beschränkt und können in den Stunden danach weiter auftreten. Medizinerin Debrodt: „Bei einem solch komplizierten Fieberkrampf muss immer der Notarzt gerufen werden. Das Kind erhält dann krampflösende Medikamente, die den Anfall in der Regel schnell abklingen lassen.“

Tipp für Eltern

Notieren Sie sich, wie lange der Anfall gedauert hat und welche Körperteile in welcher Reihenfolge betroffen waren – diese Informationen sind für den Arzt oder die Ärztin wichtig. Nach jedem Fieberkrampf sollten Eltern mit ihrem Kind zum Arzt beziehungsweise zur Ärztin. Er oder sie entscheidet, ob das Kind gegebenenfalls untersucht werden muss und versorgt die Eltern auch mit einem Notfallmedikament, das diese bei einem erneuten Auftreten zur Unterbrechung des Fieberkrampfes selbst verabreichen können.

Können Eltern einem Fieberkrampf vorbeugen?
Etwa ein Drittel der betroffenen Kinder haben bei fieberhaften Infekten innerhalb von sechs bis zwölf Monaten einen weiteren Fieberkrampf. In der Hoffnung, ihr Kind vor einem Fieberkrampf zu schützen, verabreichen manche Eltern ihrem Kind daher rasch fiebersenkende Medikamente. „Es gibt derzeit keine wissenschaftlichen Belege“, so Ärztin Debrodt, „dass fiebersenkende Mittel solchen Krämpfen vorbeugen können.“

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www.aok.de/clarimedis

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