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Hausgeburten: Voraussetzungen und neue Regelungen für Schwangere

Hausgeburten: Voraussetzungen und neue Regelungen für Schwangere

Das Wichtigste ist die Gesundheit von Mutter und Kind. (Foto: kenchiro168 / shutterstock.com)

Viele Frauen möchten ihr Kind zu Hause zur Welt bringen – in den vertrauten vier Wänden, ohne Klinik-Atmosphäre. Aber: Hebammen dürfen Hausgeburten nur unter definierten medizinischen Voraussetzungen durchführen. Das betrifft vor allem den aktuellen Gesundheitszustand und mögliche Vorerkrankungen der Schwangeren. Mit einem neuen Kriterienkatalog soll werdenden Eltern und Hebammen die Entscheidung für einen geeigneten Geburtsort erleichtert werden. Darin werden jedoch nicht alle Möglichkeiten aufgezählt, die eine Hausgeburt erlauben, sondern diejenigen, die sie verhindern oder unter bestimmen Voraussetzungen erlauben.

Die Hebammenverbände und der GKV-Spitzenverband haben sich damit nach mehreren Jahren in diesem Jahr auf eine Neufassung der Kriterien von 2015 geeinigt. Die Grundlage dafür sind internationale Studien, die höchsten wissenschaftlichen Anforderungen genügen. Die Neuregelungen entsprechen nun einem weltweiten Standard. Zugleich gelten diese Kriterien als verbindliche Voraussetzungen für eine Kostenübernahme der Hebammenhilfe durch die AOK.

Unterscheidung von Ausschlusskriterien bei Hausgeburten

Grundsätzlich wird im Kriterienkatalog für Hausgeburten zwischen absoluten Kriterien, die eine Hausgeburt ausschließen, und relativen Kriterien, bei denen sie unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist, unterschieden. Die individuelle Risikoeinschätzung von Mutter und Kind ist ein laufender Prozess, so dass sich die Wahl des Geburtsortes im Laufe der Schwangerschaft ändern kann.

Eine Hausgeburt ist im Einzelfall trotz bestehender Risiken durchführbar, zum Beispiel bei einer Beckenbodenanomalie, Blutungen im letzten Drittel der Schwangerschaft oder wenn der Säugling im anatomischen Verhältnis zum Geburtskanal der Mutter relativ groß erscheint.

Eine Hausgeburt ist ausgeschlossen, wenn die Schwangere

  • Alkohol- oder drogenabhängig ist
  • An Adipositas (Fettleibigkeit) leidet und vor der Schwangerschaft einen Body-Mass-Index von mehr als 35 hatte
  • Eine Genitalbeschneidung (nach WHO-Klassifikation, Typ III) aufweist
  • Operationen an der Gebärmutter hatte (insbesondere Rekonstruktion des Uterus, Myomenentfernung mit ausgedehnter Naht oder Transplantationen)
  • An Diabetes leidet und sich Insulin spritzt
  • Oder bereits einen Kaiserschnitt (Re-Sectio) ohne nachfolgende vaginale Geburt hinter sich hat

Darüber hinaus ist keine Hausgeburt möglich, wenn die werdende Mutter einen oder mehrere der folgenden Befunde aufweist:

  • Schwere Infektionskrankheiten (insbesondere offene Tuberkulose, HIV, Hepatitis) oder eine Erstinfektion mit Herpes genitalis
  • Nachgewiesene Unvereinbarkeit der Blutgruppen von Mutter und Kind
  • Thrombose während der Schwangerschaft
  • Fortsetzen der Schwangerschaft über die 42. Woche hinaus (Übertragung)
  • Schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck (SIH)
  • Schwangerschaftsbedingte Erkrankung (HELLP-Syndrom)
  • Fehllage des sogenannten Mutterkuchens (Plazenta praevia)
  • Fachärztlich gesicherter Plazentainsuffizienz
  • Geburt oder Blasensprung vor der 37. Schwangerschaftswoche

Bei Geburtsbeginn oder während der Geburt können zudem bislang unbekannte Befunde auftreten, die einer häuslichen Geburt entgegenstehen:

  • Grünes Fruchtwasser
  • Fieber mit mehr als 38 Grad Celsius
  • Schräg- oder Querlage des Fötus
  • Pathologische fetale Herztöne
  • Pathologische Blutungen bei Geburtsbeginn
  • Eine verlängerte Austreibungsphase (protrahierte Geburt)
  • Oder der Verdacht auf das Amnioninfektionssyndrom

Hebamme und Gynäkologe beraten ob eine Hausgeburt oder ein anderer Geburtsort als ein Krankenhaus möglich ist, sollten Sie mit Ihrer Hebamme und Ihrem Gynäkologen besprechen. Sie können einschätzen, welche medizinischen Risiken Sie haben und worauf während der Geburtsvorbereitung zu achten ist, damit die Hausgeburt einwandfrei verläuft.

AOK-Infos zum Entbindungsort:
www.aok.de/bremen > Entbindungsort

AOK-Krankenhaus-Navigator:
weisse-liste.krankenhaus.aok.de

Allgemeine Infos zur Geburt:
www.aok.de/bremen > Schwangerschaft & Geburt

Für eine Hebamme entscheiden

Eine Hebamme kann Ihnen bei der Geburtsvorbereitung und der Entbindung, aber auch in den ersten Wochen danach helfen. Die AOK übernimmt für ihre Versicherten die Leistungen der Hebamme. Nutzen Sie die Hebammenliste der GKV-Spitzenverbandes (www.gkv-spitzenverband.de > Service > Informationen für Versicherte > Hebammenliste), um sich für eine geeignete Expertin zu entscheiden. Weitere Informationen über die Aufgaben und Leistungen einer Hebamme erfahren Sie unter www.aok.de/bremen > Hebammenhilfe.

Geburtsvorbereitungskurse

Auf die Geburt eines Kindes sollten Mutter und Vater gut vorbereitet sein. Das Neugeborene wird ihr Leben fundamental verändern. In einem Geburtsvorbereitungskurs werden die Eltern gezielt darauf vorbereitet. Sie lernen unter anderem Atem- und Entspannungstechniken kennen, die bei der Entbindung hilfreich sind. Die AOK übernimmt für ihre Versicherten die Teilnahmekosten. Weitere Informationen zur Geburtsvorbereitung finden Sie unter www.aok.de/bremen > Geburtsvorbereitungskurse.

Die AOK Bremen/Bremerhaven übernimmt im Rahmen ihres Programms 750 € PLUS die Geburtsvorbereitung für eine Begleitperson, sofern sie AOK-versichert ist, und Bewegungs- und Entspannungskurse für Schwangere – beides bis zu maximal 80 Euro pro Kurs.

AOK-Programm 750 € PLUS

Die AOK Bremen/Bremerhaven unterstützt Sie und Ihre Gesundheit mit vielen Zusatzleistungen. Das gilt insbesondere für das Programm 750 € PLUS (www.aok.de/bremen/750plus). Im Bereich Gesundheit und Vorsorge bei Schwangerschaft erstattet die AOK Bremen/Bremerhaven über die gesetzlichen Mutterschaftsvorsorgeuntersuchungen hinaus pro Schwangerschaft 80 Prozent der Rechnung für folgende Untersuchungen:

ZUSATZLEISTUNGEN MIT 750 € PLUS

  • einen Streptokokken-Test
  • einen Toxoplasmose-Test
  • eine zusätzliche Ultraschall-Untersuchung
  • eine Nackenfaltenmessung
  • einen Triple-Test
  • die Geburtsvorbereitung für eine Begleitperson, sofern sie AOK-versichert ist – bis zu max. 80 Euro pro Kurs
  • die Unterbringung einer Begleitperson im Elternzimmer, sofern sie AOK-versichert ist, und
  • Bewegungs- und Entspannungskurse für Schwangere – bis zu max. 80 Euro pro Kurs

Ernährung in der Schwangerschaft

Alkohol ist für Schwangere tabu. Ungesüßter Tee und Wasser sollten tagtäglich die erste Wahl sein. Eine nährstoffreiche Ernährung ist für das Wohl von Mutter und Kind jetzt besonders wichtig. Worauf man beim Essen und Trinken in der Schwangerschaft außerdem achten sollte, wurde auf der Seite www.aok.de/bremen > Ernährung in der Schwangerschaft zusammengefasst. Die Fachleute im AOK-Expertenforum »Ernährung« (www.aok.de/foren) helfen individuell von Mensch zu Mensch.

Rückbildungsgymnastik

Beckenboden, Bauch und Rücken der Mutter werden in der Schwangerschaft und bei der Geburt stark beansprucht. Um gesundheitlichen Problemen wie Inkontinenz oder Rückenbeschwerden nach der Entbindung vorzubeugen, empfiehlt die AOK eine Teilnahme an einem Kurs für Rückbildungsgymnastik. Für bis zu zehn Stunden können Sie einen Rückbildungskurs ganz einfach über Ihre Versichertenkarte abrechnen. Weitere Informationen gibt es unter www.aok.de/bremen > Rückbildungskurse.

AOK-Expertenforum Eltern & Kind

Ist das Kind auf der Welt, ergeben sich viele Fragen zu seiner Gesundheit, aber auch zum Zusammenleben und zur Erziehung. Diese beantworten die AOK-Experten im Forum »Eltern & Kind« (www.aok.de/foren).

AOK-Ansprechpartnerin für junge Familien:
Carolina Karstens, Telefon: 0471 16-671
E-Mail: Carolina.Karstens@hb.aok.de

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