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Organspenden sind auch in der Corona-Krise möglich und wichtig

Organspenden sind auch in der Corona-Krise möglich und wichtig

(Foto: Alexander Raths / shutterstock.com)

Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) haben die Organ- und Gewebespenden in Deutschland in den ersten drei Monaten von 2020 gegenüber dem ersten Quartal im Vorjahr deutlich zugenommen. Von Januar bis März 2020 gab es demnach 260 Organspender, die nach ihrem Tod insgesamt 800 Organe oder Gewebe spendeten. Das sind 77 gespendete Organe mehr als im ersten Quartal 2019.

Auch bei den Anträgen für Organspende-Ausweise verzeichnet die DSO eine positive Entwicklung: Von Januar bis April 2020 hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA) Bestellungen für mehr als zwei Millionen Ausweise erfasst, das sind 33 Prozent mehr als im Vorjahr. Ob die Corona-Krise in Deutschland zu einem Rückgang der Organspenden führen wird ist noch ungewiss – im Gegensatz zu Ländern wie Italien (30% Rückgang) und Spanien (mehr als 50%), wo die Krise ja schon früher begann. Dennoch müssen besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

Corona-Test bei potenziellen Spendern

Zusätzlich zu den üblichen Voruntersuchungen bei einer Organtransplantation ist derzeit ein negativer SARS-CoV 2-Test des möglichen Spenders erforderlich. Da dieser trotz einer Infektion negativ ausfallen könnte, werden in der Krankengeschichte auch Aufenthalte in Risikogebieten (gemäß Vorgabe des RKI) und Kontakte zu Infizierten sowie Verdachtsfällen erfasst.

Die Entscheidung über die Transplantation eines jeden Empfängers erfolgt unter sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko für den Empfänger. Dabei wird das Risiko einer möglichen COVID-19-Infektion nach der Transplantation ebenfalls berücksichtig. Ein mögliches Restrisiko muss der Empfänger gespendeter Organe oder Gewebe allerdings selbst abwägen.

Mehr als 9000 Patienten warten auf Organspenden

Die Warteliste für Transplantationen in Deutschland umfasst etwa 9000 benötigte Organe (Stand 31.12.2019: 9271 Organe). Das entspricht einem Bedarf von rund 3000 Organspendern. Vor allem Spender-Nieren werden benötigt. Die durchschnittliche Wartezeit liegt für sie bei rund sechs Jahren.

Organspendeausweis oder Patientenverfügung

Verstorbenen dürfen Organe und Gewebe entnommen werden, wenn eine Zustimmung zur Spende vorliegt. Sie sollte in Form eines Organspendeausweises oder einer Patientenverfügung vorhanden sein. Darin wird auch festgelegt, welche Organe und Gewebe gespendet werden sollen. Liegt keine Zustimmung vor oder wurde einer Spende widersprochen, dürfen keine Organe und Gewebe entnommen werden. Sie können Ihre Bereitschaft zur Organspende auch einfach schriftlich festhalten. Das Schriftstück sollte möglichst eindeutig formuliert werden und benötigt eine Unterschrift.

Weitere Infos

Organspenden retten Leben. Aber Fragen wie „Will ich nach dem Tod Organe spenden?“ oder „Unter welchen Voraussetzungen ist eine Organspende möglich?“ sind nicht leicht zu beantworten. Und es gibt viele Aspekte, die die Entscheidung beeinflussen: Ethische Fragen gehören genauso dazu wie rechtliche oder auch ganz praktische. Die »AOK-Entscheidungshilfe Organspende« hilft, sich eine fundierte Meinung zu bilden. Zusätzlich können Sie hier auch gleich einen Spenderausweis herunterladen: www.aok.de/organspende

Deutsche Stiftung Organtransplantation:
www.dso.de

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:
www.organspende-info.de

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