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Hidden Places in Bremerhaven

Hidden Places in Bremerhaven

Zwar nah am Wasser aber inmitten grüner Bäume: der Leuchtturm Brinkamahof (Foto: Dörte Behrmann)

Umsonst und draußen hat Bremerhaven eine Menge zu bieten, was nicht nur momentan einfach guttut. Wer aber den Deich schon auswendig kennt, bereits mehrmals um den Alten und Neuen Hafen gegangen ist oder seine Schritte schon öfter in den Bürgerpark gelenkt hat, der ist sicher empfänglich für diese vier Tipps sogenannter „Hidden Places“.

LEUCHTTURM IM GRÜNEN

Der Leuchtturm „Brinkamahof“ ist ein guter Beweis dafür, dass man auch im Rentenalter noch sinnvolle Dinge tun kann: 1911 rund sechs Kilometer nördlich von Bremerhaven am Ufer der Weser aufgestellt, hat der rot-weiß geringelte Turm rund 70 Jahre lang seine Signaldienste für die Schifffahrt geleistet. Doch 1980 war damit Schluss, sein Standort musste der Hafenerweiterung weichen. Die Nachricht „Leuchtturm zu verschenken“ hat dann zwar viele Interessenten aufgerufen, doch der „Haken“ schreckte gleich wieder ab: Das 26 Meter hohe und 130 Tonnen schwere Stahl-Ungetüm musste auf eigene Kosten zum neuen Standort verladen werden.

Zugetraut hat sich das nur der Betreiber der Nordsee-Yachting GmbH und so steht der wunderschöne Turm nun seit 1980 an der Marina im Fischereihafen und strahlt typisch maritimes Flair aus. Ungewöhnlich nur seine Lage: zwar nah am Wasser aber inmitten grüner Bäume und Sträucher, an seinem Fuß auch Blumenbeete. Positiver Nebeneffekt: Der Leuchtturm ist auf diese Weise ein originelles Fotomotiv.

WWW.NORDSEE-YACHTING.DE/PUB

Ob kurze oder lange Touren: der Geeste-Wanderweg bietet abwechslungsreiche Aussichten. Start: Die alte Geestebrücke (Foto: Heide Pinkall/shutterstock.com)

Ob kurze oder lange Touren: der Geeste-Wanderweg bietet abwechslungsreiche Aussichten. Start: Die alte Geestebrücke (Foto: Heide Pinkall/shutterstock.com)

SPAZIERGANG MIT KURVEN

Keine zehn Minuten von den Havenwelten entfernt „baumelt“ die Seele ganz prima beim entspannten Spaziergang am Ufer des Flusses „Geeste“. Sie schlängelt sich von Ost nach West einmal durch Bremerhaven. Den schnellsten Zugang hierhin gibt es ab Auswandererhaus via Keilstraße. Entlang des Ufers erinnern werftgeprägte Elemente, wie Helgen und Kräne, an die früher hier gebauten Schiffe. Der grüne Weg am Wasser ist ein Idyll für Naturliebhaber. Wer einen richtig langen Marsch hinlegen möchte, ist hier ebenfalls richtig, denn an der grünen Geestebrücke gegenüber dem Historischen Museum startet der 7,5 Kilometer lange „Geeste-Wanderweg“. Der malerische Weg endet an der Schiffdorfer Stauschleuse, doch auch zwischendurch hat man natürlich immer die Möglichkeit abzubiegen oder umzukehren.

Urban-maritim: An der Kaje des Handelshafens lässt sich viel entdecken (Foto: Doerte Behrmann)

Urban-maritim: An der Kaje des Handelshafens lässt sich viel entdecken (Foto: Doerte Behrmann)

SCHERENSCHNITTE AUS STAHL

Wer einen ziemlich einsamen Platz sucht, der ist auf der Kaje Handelshafen genau richtig. Von dort ist auch der Ausblick fantastisch: Unmittelbar am baumbestandenen Ufer gegenüber liegen schmucke Segelyachten im Wasser, hinter dem eigenen Standort schiebt sich langsam und gemächlich das ein oder andere Schiff durch das Schleusentor und gegenüber glitzert eine ungewöhnliche Fassade in schwarz-weiß Optik. Mit einem Blick sind der Weser Yacht Club, die Doppelschleuse und eine Dependance des Alfred Wegener Instituts erfasst.

Hingucker sind auch die lebensgroßen Scherenschnitte aus Stahl, die vor wenigen Jahren dort aufgestellt wurden. Sie zeigen die Silhouetten Bremerhavener Persönlichkeiten, die für die Stadt Herausragendes geleistet haben. So wird dort an Adolf Buchholz erinnert, der den Handelshafen 1857 und 1862 bauen ließ. Es sei ihm heute noch gedankt, denn mit den hochwertigen Wohnhäusern, der geschmackvollen Befestigung der Kaje aber vor allem mit der rund 20 Meter langen Holzbank, auf der sich so schön chillen lässt, ist dieser Platz etwas für Genießer des urban-maritimen Lebens.

ANFAHRT:
Vom „Berliner Platz“ die Schritte zur grünen Drehbrücke lenken, rechts davor geht der Weg „Kaje am Handelshafen“ ab.

Außergewöhnlich und individuell: die Parkanlage Thieles Garten in Leherheide (Foto: Helmut Gross)

Außergewöhnlich und individuell: die Parkanlage Thieles Garten in Leherheide (Foto: Helmut Gross)

URWÜCHSIGER KÜNSTLERGARTEN

Romantiker kommen in „Thieles Garten“ ganz auf ihre Kosten. Im Stadtteil Leherheide gelegen, ist dieser Park ein echter Geheimtipp für Kunst- und Kulturfreunde. Und für Menschen, die unter Garten nicht nur Rasenflächen und exakt ausgezirkelte Blumenbeete verstehen. Denn die namensgebende Künstlerfamilie Thiele hat hier in den 1920er und 1930er Jahren mit exotischen Bäumen und verspielten Skulpturen ein kleines Paradies und eine urwüchsige Oase geschaffen. Besucher können sich einfach treiben lassen und neugierig den Nymphen und Waldgeistern entlang der verschlungenen Pfade folgen, denn für Auge und Kamera ergibt sich alle paar Meter in dem 20.000 Quadratmeter großen Grundstück am Mecklenburger Weg ein lohnendes Ziel.

Wasser darf in einer Stadt wie Bremerhaven nicht fehlen, daher dürfen sich die Besucher auch auf viele kleine und auch größere Teiche freuen, efeuumrankt und schilfbewachsen. Wie außergewöhnlich individuell diese Parkanlage ist, vermittelt das Miteinander von Moorkate, Skulpturen, Wegeführung und Bewuchs. „Thieles Garten“ hat bis auf montags von 10.00 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet.

WWW.THIELES-GARTEN.DE

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