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Die wahre Seuche

Die wahre Seuche

Foto: fran_kie/shutterstock.com

Die Korruption in Wissenschaft und Politik ist dabei, einen Impfwahn zu befeuern, der vielen schaden und nur wenigen Profite bringen wird.


von Dr. Wolfgang Wodarg


Impfen ist schon immer ein Gesch√§ft mit der Angst. Wo sonst kann man Substanzen in diesem Umfang in die K√∂rper von Gesunden pumpen? Um Angst zu erzeugen, braucht man allerdings eine Gefahr. Und wenn die reale Gefahr nicht gro√ü genug scheint, um die gew√ľnschte Wirkung zu entfalten, muss man eben mit Hilfe der Medien ein Vergr√∂√üerungsglas dar√ľber halten. Auch viele Politiker sind l√§ngst zu Werbetr√§gern der Impfindustrie geworden. Warum machen sie bei diesem Spiel mit? Daf√ľr gibt es ein h√§ssliches, aber leider zutreffendes Wort: Korruption. Dr. Wolfgang Wodarg ist als Mediziner, ehemaliger Abgeordneter und ehrenamtlicher Korruptionsbek√§mpfer bestens geeignet, zu einer Immunisierung der √Ėffentlichkeit gegen organisierte Bauernf√§ngerei beizutragen. Vielleicht wollen ihn auch deshalb viele gern zum Staatsfeind Nr. 1 aufbauen.

Es ist immer der gleiche Trick: Eine Krankheit wird unter der medialen Lupe vergr√∂√üert und als m√∂glichst schreckliche Gefahr pr√§sentiert. Das m√∂gen Medien ja gern. Durch solches Agenda-Setting merken die meisten Menschen erstmalig, dass es die angeblich gef√§hrliche Krankheit √ľberhaupt gibt. Das war fr√ľher bei Seuchen anders. Den Rest erledigen korrupte Politiker und Wissenschaftler. Und wenn die Angst gro√ü genug ist, m√ľssen Regierungen nat√ľrlich reagieren. Bisher haben sie bei ‚ÄěPandemien‚Äú immer nur Impfstoffe finanziert, aufgekauft und f√ľr Impfungen die Werbung √ľbernommen. Jetzt helfen sie sogar selbst mit, die Angst vor der ‚ÄěSeuche‚Äú zu organisieren.

Es gibt auch gen√ľgend Wei√ükittel, die sich immer wieder daf√ľr hergeben. Schlie√ülich locken Popularit√§t und Forschungsgelder. Die roten Lichter bei √Ąrzten und Patienten m√ľssten sp√§testens jetzt angehen, wo die Kanzlerin versucht, nach den nicht f√ľr Diagnosen zugelassenen und ungeeigneten PCR-Tests auch noch unausgereifte gentechnische ‚ÄěMassenimpfungen‚Äú durchzusetzen. Sie plant das unter dem absurden Deckmantel einer epidemiologischen Notlage nationalen Ausma√ües, und zwar fl√§chendeckend und an den behandelnden √Ąrztinnen und √Ąrzten vorbei.

Bekannte Angstmacher als Wegbereiter des gro√üen Gesch√§fts

Die gemeinsame Panikmache von Drosten, Lauterbach, S√∂der oder Merkel entbehrt jeder medizinisch-wissenschaftlichen Grundlage. Lauterbach l√§uft jetzt zum Beispiel wieder Amok mit einer peinlich schlechten Studie, Marke ‚ÄěImperial College‚Äú. Diese Panikschmiede hat schon bei Vogel- und Schweinegrippe unter Mitwirkung des ber√ľchtigten Neil Ferguson die unversch√§mtesten Angstszenarien aus ihren Rechnern gezaubert. Jetzt soll uns Covid-19 also auch noch langfristig die Verstandesleistung mindern. Ob der politische Wahnsinn damit zu tun hat?

Es gibt verl√§sslichere Ratgeber ‚Äď auch im RKI

Da halte ich mich ‚Äď wie schon viele Jahre ‚Äď lieber an die sauberen Epidemiologen des Robert Koch-Instituts (RKI), die uns gerade jetzt, Ende Oktober 2020, w√§hrend des Test-Tsunamis und vor dem zweiten Lockdown berichten:

‚ÄěIm Nationalen Referenzzentrum (NRZ) f√ľr Influenzaviren wurden in der 43. KW 2020 in insgesamt elf (39 Prozent) der 28 eingesandten Sentinelproben ausschlie√ülich Rhinoviren identifiziert. In keiner der untersuchten Sentinelproben wurden Influenzaviren oder SARS-CoV-2 identifiziert. Aufgrund der geringen Zahl eingesandter Proben ist keine robuste Einsch√§tzung zu den derzeit eventuell noch zirkulierenden Viren m√∂glich.‚Äú

Da die Virus-Proben sonst in Grippewellen tausendfach bei Menschen mit Atemwegserkrankungen genommen werden, fragt man sich: Weshalb werden jetzt so wenige reguläre Proben genommen? Ist denn keiner mehr krank?

Impfung wegen falscher Diagnosen?

Das Auseinanderdriften von hohen PCR-Testzahlen mit den entsprechend h√∂heren falsch positiven Testergebnissen einerseits und von amtlichen Dokumentationen einer milde verlaufenden Herbstsaison andererseits beweist selbst f√ľr medizinische Laien, dass der PCR-Test nichts √ľber klinische Befunde, Infektionen oder Infektiosit√§t aussagt. Er ist als Ma√üstab f√ľr die Entscheidungen √ľber Ma√ünahmen nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) v√∂llig ungeeignet und fehlweisend.

‚ÄěAugen zu und durch‚Äú scheint die Parole

Aber die Politik schert sich derzeit nicht um evidenzbasierte Medizin, und die Nationalen Ethikr√§te und Impfkommissionen fragen offenbar gar nicht mehr nach der Indikation von Ma√ünahmen, sondern streiten sich um Priorisierung, nach dem Motto: Wer kommt zuerst in den Genuss der neuen ‚ÄěImpfstoffe‚Äú und wer muss leider warten. Die sogenannte Covid-19-Schutzimpfung kann die sch√§dlichste dieser Ma√ünahmen werden. Sie ist bereits aus unseren Beitr√§gen und Steuern finanziert und ist in Wirklichkeit eine fl√§chendeckende Riesenbeobachtungsstudie mit neuartigen gentechnischen Manipulationen unserer Immunsysteme.

Gentechnik unter falscher Flagge

Was derzeit etwa 200 Unternehmen und Konsortien weltweit erforschen und so schnell wie m√∂glich vermarkten wollen, das sind zu einem gro√üen Teil neue und hochriskante gentechnische Eingriffe in komplexe biologische Kommunikationsprozesse unseres Immunsystems. Eingriffe, die an gesunden Menschen in bisher nie versuchtem Ausma√ü durchgezogen werden sollen. W√§hrend der Schweine¬≠grippe-Aufregung und mitten im anlaufenden Bundestagswahlkampf 2009 hat die Impfstofflobby mithilfe ihr geneigter VolksvertreterInnen die Anwendung rekombinanter Nukleins√§uren am Menschen als ‚ÄěImpfung‚Äú im Arzneimittelgesetz verstecken lassen. Das geschah in der letzten Sitzung vor der Wahlkampf-Sommerpause ohne jede Debatte und wurde klammheimlich zu Protokoll gegeben.

Die Unternehmen und ihre politische Lobby versuchen auch jetzt sch√∂nf√§rbend uns damit einzulullen, dass es ja eine normale Impfung sei. Nur wenn sich m√∂glichst alle ‚Äěimpfen‚Äú lie√üen, w√§re endlich die Erl√∂sung von der bedrohlichen Last einer t√∂dlichen Pandemie m√∂glich. Erst wenn eine Impfung f√ľr alle da sei, werde man die Pandemie beenden, verk√ľndete Frau von der Leyen auf ihrer ‚ÄěSpendenkonferenz‚Äú im Chor mit den Regierungschefs fast ganz Europas bereits im Fr√ľhjahr 2020.

Null Risiko und hohe Gewinne

AstraZeneca, BioNTech/Pfizer, Sanofi/GSK, Merck/Uni Oxford, CureVac, Biologika, CEVEC, ARTES, Vibalogics/Janssen, Moderna/NIAID, Novavax und weitere stehen in den Startl√∂chern und sind dabei, die gef√∂rderten ‚Äěteleskopierten‚Äú Studien m√∂glichst ohne Skandale und ohne Aufsehen im Rahmen einer ‚Äěrollenden‚Äú Zulassung abzuschlie√üen. Sie k√∂nnen das relativ entspannt rollen lassen, denn durch die versprochenen Haftungsfreistellungen, Steuerzusch√ľsse in Milliardenh√∂he und die Abnahmegarantien f√ľr Hunderttausende von Impfdosen haben sie ihr Gesch√§ft praktisch schon in der Tasche.

Bei der Schweinegrippe war es ja so √§hnlich. Selbst die √ľber 20 Millionen mit Wirkverst√§rkern gepanschten Impfdosen, die uns bei der Schweinegrippe durch kritische Fach-, Haus- und Kinder√§rzte erspart blieben, waren ja schon bezahlt. Sie konnten ruhig entsorgt werden und brachten Glaxo und Mitbewerbern trotzdem weltweit sorgenfreie Renditen in Milliardenh√∂he.

SARS-CoV-2: Wie viele neue Viren sind das?

Angeblich stehen jetzt ein Vector-‚ÄěImpfstoff‚Äú von AstraZeneca und ein mRNA-‚ÄěImpfstoff‚Äú von BioNTech/Pfizer mit ihren gentechnischen Molek√ľlen kurz davor, Millionen Menschen zu coronaresistenten gentechnisch ver√§nderten Organismen (GMOs) zu machen. Dabei wissen wir eigentlich gar nicht so richtig, gegen welche Coronaviren es √ľberhaupt zu k√§mpfen gilt, denn √§hnlich, wie wir es von Influenzaviren kennen, √§ndern auch Coronaviren laufend viele ihrer Gen-Abschnitte. Die urspr√ľnglichen ‚ÄěSARS‚Äú-Coronaviren aus Wuhan sind l√§ngst nicht mehr auffindbar. Hunderte von weiteren Wuhan-Varianten sind inzwischen verbreitet, gefunden und sequenziert worden. Und was man jetzt vor allem findet, sind nur positive PCR-Tests, die ja bekanntlich mit unterschiedlichsten Corona-Varianten reagieren.

Impfzentren sollen die Arztpraxen ersetzen

Die Bundesl√§nder wurden vom Bundesgesundheitsminister in der letzten Oktoberwoche aufgerufen, √ľberall in Deutschland die Einrichtung von insgesamt circa 60 Impfzentren vorzubereiten und bis zum 10. November 2020 die Lieferadressen f√ľr Impfstoffe zu melden. Dabei sollen die Gesundheits√§mter mitwirken. Aber auch an die Umr√ľstung von derzeit ja ohnehin stillgelegten Kongress- oder Konzerthallen ist gedacht (Tagesschau vom 23. Oktober 2020).

Damit wird erstmals der normale Impfbetrieb weitgehend aus den Arztpraxen in Einrichtungen verlegt, die ‚ÄĒ wie schon die PCR-Testungen ‚ÄĒ haupts√§chlich in der Hand von gro√üen privaten Laboren und Dienstleistern betrieben werden.

Als Rechtfertigung f√ľr die Umgehung der zunehmend kritischen √Ąrzteschaft werden technische Besonderheiten einiger neuerer Verfahren vorgesch√ľtzt. Der neue mRNA -‚ÄěImpfstoff‚Äú m√ľsse tiefgefroren bei -20 beziehungsweise bis unter -80 Grad Celsius gelagert und transportiert werden. Er d√ľrfe dann, wenn er zur Injektion vorbereitet sei, h√∂chstens wenige Stunden im K√ľhlschrank aufbewahrt werden. Das sei nach Auskunft aus der Industrie deshalb erforderlich, weil man in der kurzen Entwicklungszeit nicht auch noch ein Verfahren entwickeln k√∂nne, welches auch die Stabilit√§t bei normalen K√ľhlschranktemperaturen garantiere.

Logistikunternehmen profitieren auch

Die Gro√üen in der Logistikbranche wie DHL, Fedex und UPS reiben sich die H√§nde und bereiten sich mit viel staatlicher Unterst√ľtzung offenbar bereits auf ein Riesengesch√§ft mit der coolen Logistik vor. Handelsblatt und Deutsche Welle berichteten, dass die Firmen mehrere gro√üe K√ľhlh√§user m√∂glichst in der N√§he von Flugh√§fen aufbauen, in denen Hunderte von gro√üen Tiefk√ľhlschr√§nken stehen sollen, welche jeweils einige zehntausend Impfdosen fassen k√∂nnen. Auch die Hersteller solcher K√ľhlschr√§nke ‚ÄĒ das Handelsblatt nennt zum Beispiel die schw√§bische Firma Binder aus Tuttlingen ‚ÄĒ geh√∂ren zu den Kriegsgewinnlern in diesem Krieg gegen Testergebnisse. Es gibt also viele, f√ľr die auch dieser Wahnsinn ein gutes Gesch√§ft verspricht.

Dabei ginge es durchaus unkomplizierter und billiger, denn alternativ w√§re nat√ľrlich auch die Nutzung einer herk√∂mmlichen aktualisierten Corona-Antigenkomponente in der j√§hrlichen Influenza-Impfmixtur m√∂glich. Dass damit die j√§hrlichen Grippewellen irgendwie wesentlich entsch√§rft w√ľrden, konnte allerdings auch noch nicht gezeigt werden. Auch lie√üe sich mit einer derart √ľblichen Impfkampagne weder ein gro√ües Gesch√§ft noch ein politischer ‚ÄěReset‚Äú inszenieren beziehungsweise begr√ľnden.

Impfberatung und individuelle Indikation ade!

Die angebliche technische √úberforderung einiger sehr einflussreicher Impfstoffhersteller soll jetzt daf√ľr herhalten, dass eine sonst immer geforderte √§rztlich-individuelle Impfberatung nicht mehr so wichtig genommen wird. Ich halte die Begr√ľndung f√ľr ein vorgeschobenes Argument. Seit Jahrzehnten werden empfindliche Impfstoffe zentral gelagert und dezentral angewendet. Auch werden bisher schon einige Blutprodukte oder Vakzine durch K√ľhlketten mit Trockeneis in die Arztpraxen geliefert und k√∂nnen dort fachgerecht verwendet werden. Das ist in den Praxen haupts√§chlich eine Frage der Terminierung und der Praxislogistik.

Gerade bei den geplanten neuartigen Eingriffen in die Abl√§ufe des Immunsystems sind anamnestisches Wissen und eine individuelle √§rztliche Impfberatung erforderlicher denn je. Denn es droht eine Unzahl individuell unterschiedlicher Komplikationen und Nebenwirkungen. Es w√§re ‚ÄĒ auch wenn durch Notverordnungen rechtlich m√∂glich gemacht ‚ÄĒ grobe Fahrl√§ssigkeit, die Eingriffe von patientenfernen Hilfskr√§ften in Massenaktionen durchf√ľhren zu lassen.

Rollende Zulassung und systematisches Ausblenden von Nebenwirkungen

Das bei den zugestandenen ‚Äěrollenden‚Äú Zulassungen der Impfstoffe unvermeidlich h√∂here Risiko f√ľr ‚ÄěGeimpfte‚Äú soll angeblich dadurch ausgeglichen werden, dass die Firmen Anwendungsbeobachtungen, Beobachtungsstudien beziehungsweise Post-Marketing-Studien durchf√ľhren m√ľssen. Es geht um die wachsame Beobachtung m√∂glicher unerw√ľnschter Wirkungen von Arzneimitteln, im Fachjargon: Pharmakovigilanz.

Was aber von der jetzt vorgesehenen Art der Pharmakovigilanz zu halten ist, haben wir in der Arbeitsgruppe Gesundheit bei Transparency International bereits vor Jahren untersucht und angeprangert. Im Falle der jetzt geplanten gentechnischen Ver√§nderungen bei Millionen gesunder Menschen in k√ľrzester Zeit ist so ein Vorgehen mehr als grob fahrl√§ssig. Wenn nur bei einem von tausend Geimpften eine ernste Nebenwirkung auftr√§te, dann w√§ren das in Deutschland Zigtausende von Autoimmunerkrankungen, L√§hmungen oder sogar Todesf√§llen. Viel mehr Schaden, als alle ‚ÄěPandemien‚Äú der letzten zwanzig Jahre haben anrichten k√∂nnen.

Bei Massenimpfungen in H√ľhner- oder Schweinemastanlagen dauert die Nachbeobachtungszeit aus naheliegenden Gr√ľnden h√∂chstens bis zum geplanten Schlachttermin. Also nur Wochen bis Monate. Den Virologen und Epidemiologen aus der Veterin√§rmedizin sei zugerufen: Menschen sind kein Schlachtvieh und wollen lange leben und ohne sch√§dliche Arzneimittelnebenwirkungen gesund bleiben. Doch auch in der Humanmedizin minimiert die Pharmaindustrie aus gesch√§ftlichen Gr√ľnden ihr Interesse an Sp√§twirkungen. Deshalb gibt es √ľber derartige, sp√§ter auftretende Impffolgen sehr wenig Wissen. Contergan l√§sst gr√ľ√üen.

Bei gentechnischen Ver√§nderungen sind au√üerdem generations√ľbergreifende Wirkungen √ľber die Keimbahn nicht kategorisch auszuschlie√üen, sondern sollten Teil von Technologiefolgenabsch√§tzungen und Pharmakovigilanz sein. Im Gesundheitsausschuss des Bundestages habe ich mich vehement, aber vergeblich dagegen gewehrt, dass √úberwachung, Erfassung und Auswertung von Arzneimittelnebenwirkungen in den H√§nden derselben Beh√∂rden liegen, welche die Medikamente f√ľr eine Vermarktung zulassen. Das ist leider aber immer noch der Fall.

Am liebsten w√ľrde nat√ľrlich die Pharmaindustrie diese √úberwachung in Eigenverantwortung erledigen, als ‚Äěfreiwillige Selbstkontrolle‚Äú. Wegen der Lockerungen des Datenschutzes durch den jetzigen Gesundheitsminister und wegen seiner engen Kooperation mit der Datenwirtschaft und der Pharma- und Impfstoffindustrie sind wir nicht mehr weit von einer solchen feindlichen √úbernahme √∂ffentlicher Aufgaben entfernt.

Die Angst vor einer Seuche als Erntehelfer f√ľr Big Data

Die gro√üen Datenfirmen reiben sich ohnehin die H√§nde, denn f√ľr sie kam die ‚ÄěPandemie‚Äú wie gerufen. Nach einigen Gef√§lligkeiten des Gesundheitsministers im Vorjahr ‚ÄĒ digitaler Impfausweis, elektronische Patientenakte, Implantate-Register, gematik-√úbernahme et cetera ‚ÄĒ schlagen sie jetzt mit Kontakt-Apps, Registrierung von Getesteten, mit Meldungen √ľber Kontakte, Mobilit√§t und Hygienedisziplin so richtig zu. Sogar aufgetretene Symptome sollen in Zukunft zentral gesammelt werden. Da so etwas die staatliche Verwaltung √ľberfordert, freuen sich die gro√üen Datenfirmen nicht nur √ľber staatliche Auftr√§ge, sondern haben auch noch unsere intimsten Gesundheitsdaten in ihren Rechnern. Der Datenschutz wird nat√ľrlich zugesichert.

So werden wir langsam zur gläsernen Gesellschaft. Unter dem Vorwand von medizinischer Forschung oder eines Gesundheitsmonitorings werden jetzt immer vollständiger unsere Gesundheitsdaten von der Wiege bis zur Bahre gesammelt. Bei Covid-19 angeblich zur seuchenprophylaktisch notwendigen Auswertung und zur Erforschung und Verbesserung neuer Impfstoffe.

Aber was interessiert Google, Apple, Amazon, Microsoft, SAP, Avarto/Bertelsmann und andere schon unsere Gesundheit? Sie brauchen unsere Daten als das ‚ÄěGold der Zukunft‚Äú f√ľr ihre Gesch√§fte, denn prim√§r m√ľssen sie nicht uns versorgen, sondern ihre Aktion√§re. Das sind zwar legitime Eigeninteressen, aber es ist nicht legitim, wenn ein Lobbyist im Ministeramt sein √∂ffentliches Amt missbraucht, um die Wirtschaft durch hektische Datengesetze und Notverordnungen mit unseren Gesundheitsdaten zu f√ľttern. Was hat er davon? Kann man das mal untersuchen? Korruption und Amtsmissbrauch waren in Deutschland bisher der Strafverfolgung zug√§nglich.

Keine gute Therapie ohne saubere Diagnose

Ob etwas gef√§hrlich ist, erkennt man am besten an den Sch√§den, die es anrichtet. Die gilt es rechtzeitig zu erkennen und genau, systematisch und prospektiv zu beobachten. Zum Beispiel durch Sentinels, wie das RKI sie betreibt oder wie ein verantwortungsbewusster Amtsarzt aus Bayern und andere es vorschlagen. Immer h√§ufiger kommen auch Klinik√§rzte in mehreren L√§ndern aus der Deckung und fragen nach den angeblich so vielen Covid-19-Kranken. Es bezweifelt keiner, dass es Kranke mit Atemwegserkrankungen auch in diesem Jahr gibt, auch mit neuen Viren und mit schweren Verl√§ufen. Und dass auch bei diesen der PCR-Test positiv ausfallen kann. Nur dass wir massenhaft Kranke haben, die wegen eines neuen Coronavirus die Klinikbetten √ľberf√ľllen, das ist offensichtlich falsch.

Auch zur Situation in den Ambulanzen der Kassen√§rzte habe ich gerade folgende entr√ľstete E-Mail bekommen:

‚ÄěErst gab es keinen Cent f√ľr die Tests, und viele Kollegen ‚ÄĒ fast alle bei uns in der Region ‚ÄĒ haben so gut wie gar nicht getestet. Nun bekommen wir f√ľr einen Test ‚ÄĒ Dauer: 1 Minute ‚ÄĒ beim gesunden Menschen mehr Geld (15 Euro) als f√ľr eine komplette Abdomen-Sonographie bei akutem Abdomen (15 Minuten f√ľr 12 Euro). Deshalb wird jetzt pl√∂tzlich √ľberall getestet.‚Äú

Man erkennt auch hier: Die Viren sind nicht das Problem.

Die wahre Seuche ist die institutionelle Korruption

In meiner bisherigen Arbeit als Arzt, als Abgeordneter und als ehrenamtlicher Antikorruptionsk√§mpfer habe ich mit den gro√üen Playern in der Agrarindustrie, der Energiewirtschaft, der privaten R√ľstungs- und ‚ÄěSicherheits‚Äú-Industrie, der Medienwelt und nat√ľrlich besonders der Arzneimittel- und Impfstoffbranche gen√ľgend Beispiele f√ľr gro√ü angelegten Wissenschaftsbetrug, fingierte Katastrophen, gekaufte Analysen und Faktenchecker, heimliche Lobbystrategien, Psyoping, Astroturfing, professionelle St√∂rer, Provokateure oder Shitstormer sammeln k√∂nnen. Seit die einfache Beamtenbestechung immer mehr der privaten √úbernahme ganzer √Ąmter und √∂ffentlicher Institutionen gewichen ist, wird die Sache allerdings rechtlich sehr kompliziert. Sowohl f√ľr bezahltes Lobbying und Agenda-Setting als auch f√ľr Rechtsanw√§lte zur Verteidigung dagegen braucht man viel Geld.

Einige haben davon viel, und andere k√∂nnen sich das nicht leisten. Was wir jetzt erleben, ist das Ergebnis dieser gesellschaftlich desolaten Schieflage. Da hilft es auch nicht, wenn ein paar Milliard√§re meinen, sie k√∂nnten die Rettung der Welt (ver)kaufen. Wie immer solche Rettung in den K√∂pfen selbsternannter Philanthropen auch aussehen mag, sie kann nur in Gewalt und Unterdr√ľckung m√ľnden. Wie oft haben wir schon geglaubt, diese archaischen autokratischen Muster durch Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit √ľberwunden zu haben? Noch gibt es leider keine Impfung gegen Korruption.

Wolfgang Wodarg, Jahrgang 1947, ist Internist und Lungenarzt, Facharzt f√ľr Hygiene und Umweltmedizin sowie f√ľr √∂ffentliches Gesundheitswesen und Sozialmedizin. Er arbeitete unter anderem als Amtsarzt in Schleswig-Holstein, Lehrbeauftragter an Universit√§ten und Fachhochschulen sowie Vorsitzender des Fachausschusses f√ľr gesundheitlichen Umweltschutz bei der √Ąrztekammer Schleswig-Holstein. 2009 initiierte er in Stra√üburg den Untersuchungsausschuss zur Rolle der Weltgesundheitsorganisation bei der Schweinegrippe.


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Der Text erschien zuerst auf der Website Rubikon: 
https://www.rubikon.news/artikel/die-wahre-seuche

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